Kleinmühlingen l Einen musikalischen Kunstgenuss erlebten die Bördeländer am Mittwochabend im Kleinmühlinger Sportzentrum „Am Mühlberg“. Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck gastierte bereits zum fünften Mal im Ortsteil Kleinmühlingen und erfreute mit einem anspruchsvollen Neujahrskonzert die Gäste.

Und darüber war Bürgermeister Bernd Nimmich besonders erfreut, denn ein Neujahrskonzert auf dem „flachen Land“ geben die Musiker ansonsten kaum.

Südliches Flair

Überschrieben war das Konzert mit „Wo die Citronen blüh‘n – im Walzerschritt ums Mittelmeer.“ Dafür hatte die Gemeinde keine Mühen und Kosten gescheut: Ein großer Zitronenbaum und ein paar Palmen sorgten für ein südliches Flair rund um das Orchester. Das gefiel auch dem Chefdirigenten Jan Michael Horstmann, der nun die Gäste zu einer gemeinsamen musikalische Reise mit seinen Musikern um das Mittelmeer einlud und dafür auch noch zusätzlich in die Rolle eines Reiseführers schlüpfte. Mit temperamentvollen Klängen des Florentiner Marsches wurden die Zuhörer auf die Reise eingestimmt, die abenteuerlich, spannend, ja mitunter vielleicht sogar kriminalistisch verlief.

Ausgangspunkt war der Diebstahl eines großen Bildes mit einem Zitronenbaum voller reifer Früchte aus den Uffizien in Florenz. Der Walzer von Johann Strauß (Sohn) „Wo die Citronen blüh‘n“ erklang und war passend zum Geschehen.

Musikalische Reise

Die abenteuerliche Reise ging nun musikalisch weiter über das Mittelmeer, und man begegnete Orpheus Offenbach auf seinem Weg in die Unterwelt. Ein Treffen auf türkische Janitscharen in Mozarts berühmter „Alla Turca“ folgte. Der Walzer „Märchen aus dem Orient“ von Johann Strauß (Sohn) erinnerte an orientalische Märchenerzähler, die uns verzaubern. Die Reise führt weiter in das spanische Sevilla, wo an den wilden Stierkampf erinnert wird. Alles natürlich mit entsprechender Musik untermauert.

Die musikalische Vergnügungstour, die ganz im Zeichen der Werke der Wiener Strauß-Dynastie stand, endete mit dem schönen Walzer „Souvenier de Nizza“ an der Cote d’Azur.

Viel Beifall

Als Gesangssolistin erfreute die Mezzo-Sopranistin Kinga Dobay mit Arien von Vivaldi aus der Oper „Griselda“ und Rossinis „Die Italienerin in Algier“. Sie bekam für ihre wundervolle Gesangsdarbietung sehr viel Beifall. Aber auch bei den Mitteldeutschen Kammerphilharmonikern mit ihren zahlreichen Solodarbietungen sparte man nicht mit Applaus. Mit stehenden Ovationen wurden die Künstler von dem begeisterten Publikum gewürdigt. „Wir wollen uns heute verzaubern lassen von den Klängen des Orchesters“, diese Erwartung des Bürgermeisters zu Beginn des Konzerts ist voll aufgegangen.

Wie kann es nicht anders sein, eine Zugabe wurde natürlich gefordert. Sängerin Kinga Dobay schlüpfte in ihrer Zugabe in die Rolle der Carmen aus Bizets Oper und brillierte mit ihrem schönen Sologesang. Daraufhin spielte das Orchester von Strauß noch „Unter Blitz und Donner“. Aber es gab sogar noch eine dritte Zugabe – der hinreichend bekannte Radetzkymarsch ertönte, der spontan vom Publikum mit rhythmischen Klatscheinlagen begleitet wurde und den schönen Musikabend ausklingen ließ.