Calbe l Nach Ostern wurde dem Verschönerungsverein in Calbe aus einem Bauwagen der frisch sanierte Löwenkopf für den Goethestein gestohlen. Die Täter drangen dabei in den am Saaleweg abgestellten Bauwagen des Vereins ein und nahmen die darin abgestellten Arbeitsgeräte und Werkzeuge mit. Zufällig befand sich in dem Bauwagen der kurz zuvor fertig sanierte Löwenkopf des Goethesteins.

1908, haben die Nachforschungen der Mitglieder ergeben, wurde der Stein sowie die künstlich angelegte Quelle darunter eröffnet. Aus einem gusseisernen Löwenkopf sprudelte über Jahrzehnte das Wasser. Die Mitglieder des Verschönerungsvereins hatten einen großen Aufwand betreiben müssen, um den Kopf für die geplante Erneuerung von der Quelle zu trennen. Innen, sagt Projektleiter Klaus Weila, sei der Kopf einst mit Beton ausgegossen worden. Es habe viel Arbeit gemacht, den Beton zu entfernen.

Prämie in Erwägung gezogen

Die Aufarbeitung hatte anschließend Eckhard Henschel übernommen. Er besitzt im nahen Tornitz einen metallverarbeitenden Betrieb und ist Mitglied im Verschönerungsverein. Die Freude über die Rückkehr des aufgearbeiteten Kopfes war zu Ostern sehr groß. Da der Kopf bald wieder montiert werden sollte, lagerten die Mitglieder das Stück im Bauwagen. Als das historische Teil bei dem Einbruch verschwand, erwog der Vereinsvorstand zunächst die Auslobung einer Prämie, sollte es Hinweise geben, die zur Auffindung des Kopfes führten.

Außerdem hatten die Vereinsmitglieder gleich auf einschlägigen Internetportalen nachgesehen, ob ihr Löwenkopf dort auftaucht. Am Mittwoch gab es dann die Wende. Bei Aufräumarbeiten im Bauwagen sei der Kopf wieder aufgefunden worden, sagte Klaus Weila. Die Täter seien dabei ebenso vorgegangen wie bei dem ersten Einbruch. „Das Schloss war wieder unversehrt“, beschreibt er. Den Tätern sei es gelungen, ohne Anwendung von Gewalt in den Bauwagen zu gelangen. Auf diese Art hätten sie nun nach dem öffentlichen Rummel den Löwenkopf wieder zurück gebracht. „Wir sind alle sehr erleichtert“, freute er sich.

Denn einfach zu ersetzten ist das Stück nicht. Schließlich ist es mehr als ein Jahrhundert alt. Gleich nach dem Verlust hatte sich Klaus Weila an seinen Computer gesetzt und mal gestöbert, was auf den einschlägigen Plattformen so alles angeboten werde. Sicherlich hätte der Verein einen Löwenkopf erstehen können. Doch wäre es nicht das Original gewesen, meinte er. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit hatten die Vereinsmitglieder eine andere Taktik verfolgt. Indem sie Fotos von dem restaurierten Kopf veröffentlichten sollte es den Tätern erschwert werden, die Plastik zu Geld zu machen. Schließlich ist der Kopf einzigartig und leicht wieder zu erkennen.

Künftig mehr Sicherheit

Ob sich die Täter ermitteln lassen, damit beschäftigt sich die Polizei, bestätigte er. Der Verein habe Anzeige erstattet. Außerdem soll der Bauwagen umgebaut werden, kündigte er an. Ein neuer Schließmechanismus soll das Werkzeug schützen. Der Aufruf in der Öffentlichkeit, dem Verein Werkzeuge und Ausrüstung zu spenden, habe nach den Worten von Klaus Weila jede Menge Resonanz gehabt. „Uns haben Leute angerufen, die einen Stromversorger und andere Geräte spenden wollen“, schildert er. Die Anteilnahme der Bevölkerung habe ihn sehr bewegt. Sehr viele Angebote habe es gegeben, freut er sich über die Hilfsbereitschaft. Dadurch dürfte es den Mitgliedern leichtfallen, die gestohlenen Werkzeuge und Maschinen zeitnah zu ersetzen. Schließlich sollen die Arbeiten demnächst wieder fortgesetzt werden.