Verkehr

Neu in Schönebeck: Huckelpiste Hellge-Straße

Die frisch sanierte Wilhelm-Hellge-Straße sorgt im Internet für Häme und für Kritik beim Automobilclub. Statt einer ebenen Fahrbahn gleicht die neue Asphaltschicht einer Holperpiste. Die Stadt sieht derweil keine Mängel.

Von Paul Schulz und Jan Dahms
Die Wilhelm-Hellge-Straße in Schönebeck ist nach der Sanierung nicht sonderlich eben.
Die Wilhelm-Hellge-Straße in Schönebeck ist nach der Sanierung nicht sonderlich eben. Foto: Paul Schulz

Schönebeck - Vermeintlich frohe Kunde am 8. Juni 2021: Die Wilhelm-Hellge-Straße ist nach den Sanierungsarbeiten an der Asphaltschicht wieder freigegeben, der Verkehr kann wieder rollen. Doch der Begriff „Sanierung“ darf hinterfragt werden. Denn der rund 400 Meter lange Streckenabschnitt ist vor allem eines: uneben. Und das nach Arbeiten, die immerhin etwa 200.000 Euro gekostet haben.

Kritik vom Automobilclub Europa

Dass die Straße wellig ist, ist auch Gerhard Wolter, Kreisvorsitzenden des Automobilclub Europa (ACE) Kreis Sachsen-Anhalt West, aufgefallen. „Das sieht man mit bloßen Auge“, sagt Wolter. Er ist der Meinung, dass die Straße noch mal von Fachleuten überprüft werden sollte. Und schon bei Abnahme der Straße hätte es den Zuständigen auffallen müssen, meint der ACE-Kreisvorsitzende. „Und ich persönlich kann auch nicht nachvollziehen, warum Straßen erneuert werden, die eigentlich noch gut befahrbar sind, wenn es doch viel schlimmere Strecken gibt“, so Gerhard Wolter.

Strecke gleicht einer Berg- und Talfahrt

Auch in einer Schönebecker Facebook-Gruppe diskutieren die Nutzer ebenfalls den Zustand der jüngst sanierten Straße. Häufig werden Begriffe wie „wellig“ oder „huckelig“ verwendet. Auf der Fahrbahn erlebe man eine Berg- und Talfahrt. Vielleicht sei das aber auch einfach nur eine neue Strecke für Stoßdämpfertests, versucht es einer der Nutzer mit einer humorvollen Erklärung. Ein anderer Nutzer fragt: „Die frisch aufgezogene Asphaltdecke auf der Wilhelm-Hellge-Straße wurde doch nicht so abgenommen, oder?“ Die Antwort lautet aber: Doch, wurde sie.

Stadt hat bis jetzt keine fachlichen und baulichen Mängel festgestellt

Die Kritik an dem neu asphaltierten Abschnitt der Wilhelm-Hellge-Straße, die auch in den sozialen Netzwerken geäußert wird, ist der Stadt bekannt, teilt Frank Nahrstedt, Pressesprecher der Stadt Schönebeck auf Volksstimme-Anfrage mit. Man befinde sich derzeit in Gesprächen mit den Planern und der Baufirma. Nach ersten Erkenntnissen, seien aber „keine fachlichen und baulichen Mängel festgestellt worden“, sagt er. Die Gespräche dazu seien aber noch nicht abgeschlossen und man werde sich den Fall vor Ort anschauen, versichert Nahrstedt. Wann das genau passiert, könne er allerdings noch nicht sagen.

Die Abnahme der Baustelle in der Wilhelm-Hellge-Straße am 8. Juni 2021. Eventuell muss noch einmal nachgebessert werden.
Die Abnahme der Baustelle in der Wilhelm-Hellge-Straße am 8. Juni 2021. Eventuell muss noch einmal nachgebessert werden.
Foto: Jan Dahms

Sanierung kostete etwa 200.000 Euro

Die Baumaßnahmen seien aus Sicht der Stadt notwendig gewesen, um Straßenschäden auszubessern. „Dabei wurde lediglich die Fahrbahndecke erneuert, Bordsteine und Rinnensteine blieben erhalten“, teilt die Stadt zu den Sanierungsarbeiten mit. Die Kosten von etwa 200.000 Euro wurden aus dem Haushalt der Stadt finanziert, erklärt Frank Nahrstedt auf Nachfrage. Ob es nach einer erneuten Prüfung der Wilhelm-Hellge-Straße Nachbesserungen geben wird und wie diese genau aussehen könnten, ist noch offen. So mancher Autofahrer mit empfindlichem Magen dürfte sich das aber wünschen. Denn einer der Facebook-Kommentatoren schreibt: „Da wird man seekrank bei den ganzen Wellen.“