Schönebeck l „Eine Stadtratssitzung ist schon mit einer Gerichtsverhandlung vergleichbar. Man muss alles genau verfolgen und auch auf Unvorhergesehenes reagieren können“, sagt Bert Knoblauch. Beides kennt der 47-Jährige bestens. Schließlich ist er nicht nur seit 2014 Oberbürgermeister in Schönebeck und hat vorher im Stadtrat mitgewirkt, sondern auch von 2001 bis 2014 als Rechtsanwalt gearbeitet.

Vor allem Verfahren rund ums Miet- und Wohnungseigentumsrecht sowie Strafverteidigungen waren Knoblauchs täglich Brot. „Trocken“ sei dies nie gewesen. „Ich habe jeden Tag mit Menschen zu tun gehabt. Es waren immer neue Fälle, es galt viele Besonderheiten zu beachten – es war abwechslungsreich. Ich war mit Leib und Seele Anwalt“, sagt Bert Knoblauch. Als Oberbürgermeister habe er nun ganz andere Aufgaben, seine juristischen Kenntnisse wären mitunter aber noch ganz nützlich. Gleich geblieben ist hingegen, dass er in diesem Amt viel mit Menschen zu tun hat.

Dabei hatten seine ersten beruflichen Schritte nicht viel mit Menschen zu tun. Knoblauch ist nämlich gelernter Facharbeiter für Tierproduktion mit Spezialisierung auf Rinderzucht. In der Altmark – wo Knoblauch geboren und aufgewachsen ist – gehören Landwirtschaft und Viehzucht eben zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. „Ich wollte auch ursprünglich Landwirtschaft studieren, sah dann aber Jura als chancenreicher an“, blickt Knoblauch zurück. So hat er sich in den folgenden Jahren dem Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig gewidmet und seine zwei Staatsexamen absolviert. Ab 2001 war er als zugelassener Rechtsanwalt tätig und hat seine berufliche Laufbahn in Schönebeck begonnen.

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CDU als politisches Zuhause

„Als ich nach Schönebeck kam, hatte ich keinerlei politische Ambitionen“, sagt Knoblauch. Durch seinen Anwaltskollegen kam er aber früh mit der Schönebecker CDU in Kontakt. „Das war eine gute Truppe und etwas netzwerken ist nicht schlecht, dachte ich. Außerdem sehe ich in der CDU, mit einer eher konservativen Einstellung und in wirtschaftlichen Themen, mein politisches Zuhause.“ Knoblauch trat ein und wurde prompt Schatzmeister der Christdemokraten. „Das wollte wohl sonst keiner machen“, scherzt er.

Die folgenden Jahre wird er in Stadtrat und Kreistag gewählt und im Jahr 2013 dann zum Schönebecker Oberbürgermeister. Dieses Jahr tritt er wieder an. Grundsätzlich wolle er Schönebeck bekannter machen, für die Stadt als Wirtschaftsstandort werben und die Stadt mit den Menschen gestalten.

Doch auch abseits von Job und Amt ist der 47-Jährige umtriebig. So ist er beispielsweise begeisterter Angler. „Das ist super, um einfach mal raus zu kommen und abzuschalten. Ich muss nicht mal was fangen, um Freude an der Natur und diesem Hobby zu haben.“ Eine andere seiner Leidenschaften ist Fußball. Schon als Kind hat er in der Altmark gekickt und das will er auch noch so lange, „wie es die Knochen hergeben“.

Auch die Jagd interessiert Knoblauch. Seinen Jagdschein konnte er in diesem Jahr allerdings nicht erwerben, da der 14-tägige Kurs coronabedingt ausfallen musste.

Des Weiteren sitzt er im Verwaltungsrat der Diakonie, ist im Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt tätig und bringt sich in weiteren Institutionen und Vereinen ein. „Ich rede eben gerne mit.“

Eine Frau und vier Kinder

Und dann ist da natürlich noch das Wichtigste: die Familie. Vergangenes Jahr hat Bert Knoblauch seine Susanne geheiratet und lebt nun mit ihr in Barby. „Es ist einfach wundervoll, wenn man sein Gegenstück gefunden hat“, fasst er zusammen. Die insgesamt vier Kinder der Patchwork-Familie würden sich ebenfalls super verstehen. Knoblauchs drei Söhne leben und arbeiten alle dort, wo ihr Vater die meiste Zeit des Tages verbringt: in Schönebeck.

Drei Fragen, drei Antworten - hier geht es zum Video-Kurzinterview mit OB-Kandidat Bert Knoblauch.