Schönebeck l Der Bierer Berg wird zur mittelalterlichen Toskana. Zumindest vom 22. Juni bis zum 21. Juli, wenn beim Operettensommer auf der Freilichtbühne das Stück „Boccaccio“ von Franz von Suppés aufgeführt wird. Derzeit sind die Proben für die turbulente Operette um Liebe und Treue im vollen Gange. Doch wer beim Operettensommer auf dem Bierer Berg dabei sein möchte, sollte nicht mehr allzu lange warten.

Knapp 70 Prozent der Karten für den 23. Schönebecker Operettensommer sind bereits verkauft. Seit November haben sich schon zahlreiche Zuschauer ihren Platz für die sommerliche Inszenierung auf dem Bierer Berg gesichert. Noch gibt es aber Karten für die Freilichtbühne. „Lediglich an den Samstagen wird es schon eng“, sagt Anita Bader, die Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Aber selbst für spontane Besucher habe man in den vergangenen Jahren immer eine Lösung gefunden.

Rekordjahr 2018 mit 17.344 Zuschauern

Mit „Boccaccio“ steht in den Sommermonaten die „wohl schönste und erfolgreichste, Operette von Franz von Suppé“, auf dem Spielplan, erläutert Regisseurin Katharina Kutil. Die Wienerin ist der Meinung, dass sie viel zu selten aufgeführt werde. Die Liebe komme gerade in dieser Operette natürlich nicht zu kurz. Gefühlvoll und romantisch soll es werden, mit wunderschöner Musik als Zugabe. Und in ihrer ganz eigenen Art verspricht Katharina Kutil: „Eine Komödie steht immer am Rand der Katastrophe. Und das ist genau das, was Spaß macht.“

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Worum geht es? Giovanni Boccaccio, ein berühmter Dichter, hält mit seinen freizügigen Liebesgeschichten die Stadt am Arno in Atem. Während sich die weibliche Bevölkerung daran erfreut, sind die Ehemänner in heller Aufregung. Doch sollten tatsächlich sämtliche Ehefrauen von Florenz untreu sein? Erbost über diese Schriften, wollen sich biedere Bürger an Boccaccio rächen, wobei sie von der Treue ihrer Ehefrauen fest überzeugt sind. Zu Recht? Aufgebracht stürzen sie sich auf den vermeintlichen Dichter, müssen jedoch feststellen, dass sie den Falschen erwischt haben. Turbulenz und Spaß scheint da für die Inszenierung vorgeplant.

Landrat Markus Bauer (SPD) wünscht sich, an das Rekordjahr 2018 anzuknüpfen, als 17.344 Zuschauer auf den Bierer Berg pilgerten, um „Der Vogelhändler“ zu sehen. Er lobt die Anziehungskraft des musikalischen Ereignisses mit seiner Auslastung von 94 Prozent, nennt es einen „kulturellen Höhepunkt“ im Salzlandkreis.

Mit viel Herzblut bei der Operette

Ohne Sponsoren wäre der nicht zu schultern. Rund ein Drittel des Budgets kommen von unterschiedlichen Unterstützern. „Würden wir völlig auf uns allein gestellt sein, wären die Eintrittskarten kaum noch bezahlbar“, ergänzt Geschäftsführerin Anita Bader. Statt der moderaten 27 Euro je Ticket müssten die Zuschauer dann 86 Euro auf den Tisch legen. So jedoch geht sie davon aus, dass am Ende der Operettensommer mit einem Gleichgewicht von Ausgaben und Einnahmen rechnen kann.

Zu den Förderern gehört auch die Salzlandsparkasse. Vorstandsvorsitzender Hans-Michael Strube hält es für unabdingbar, sich bei solchen Projekten zu engagieren. Schließlich verdienten Unternehmen der Region hier ihr Geld und müssten sich für Kultur, Sport und Kunst engagieren. Gerade beim Operettensommer stecke „viel Herzblut in der Sache“, da brauche es funktionierender Kreisläufe, sagte Hans-Michael Strube.

Wo gibt es Eintrittskarten?

Eintrittskarten können im Kartenverkaufsbüro der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie in Schönebeck, Tischlerstraße 13a, erworben oder unter der Rufnummer (03928)400429 reserviert werden. Ticket gibt es aber auch im Internet unter www.mitteldeutsche-kammerphilharmonie.de.