Schönebeck l Die Entwarnung gleich vorweg: Es ist keine neue Flutwelle auf der Elbe gemeldet. Der derzeitige Aufbau von Hochwasserschutzwänden in der Schönebecker Altstadt dient Übungszwecken. 13 Kameraden der Wasserwehr haben gestern den Ernstfall geprobt und die Bereiche Elbweg (Salinehäuser) und Salzblumenplatz mit mobilen Hochwasserschutzpaneelen aus Aluminium dicht gemacht. Diese Übung erfolgte nach Beendigung von Fundamentarbeiten, die über mehrere Monate andauerten. Sieben bis acht Meter tief sind Spundbohlen dafür in den Erdboden getrieben worden. Auftraggeber der Arbeiten mit einem Kostenpunkt von rund 1,6 Millionen Euro (plus 500 000 Euro für die mobile Schutzmauer) nur im genannten Bereich ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Den vertraten Flussbereichsleiter Ronald Günther und der mit den Arbeiten betraute Projektverantwortliche Ulf Reinherr. Der äußerte sich zufrieden über den Verlauf der Übung. „Ich hatte damit gerechnet, dass irgendetwas nicht passt. Es passte aber alles“, sagte er anerkennend. Lediglich Kleinigkeiten mussten geklärt werden.

Dass die Wände entlang des Salzblumenplatzes unterschiedliche Höhen aufweisen, hängt mit dem Gefälle des Platzes zusammen, klärte Ronald Günther nachfragende Passanten auf. Die Wände sind zwischen 1,20 bis 1,80 Meter hoch. Geliefert hat sie die Firma IBS Technics GmbH aus dem bayerischen Thierhaupten bei Augsburg. Der LHW hatte diesem Unternehmen nach einer Ausschreibung den Zuschlag erteilt. Beworben hatte sich auch eine Schönebecker Firma. Von der IBS GmbH ist Werner Hartung als Bauleiter nach Schönebeck gekommen, um den Probeaufbau zu begleiten. Er ist in dieser Funktion oft unterwegs. Ähnliche und vom Umfang her sogar deutlich größere Hochwasserschutzsysteme hat seine Firma auch nach Köln und Linz (Österreich) geliefert. In der nächsten Woche wartet auf ihn ein Auftrag in China.

Die Schutzmauer ist am Nachmittag wieder demontiert worden. Nun soll die mobile Hochwasserschutzmauer in der Müllerstraße und bei den Wächterhäusern auf- und wieder abgebaut werden.

Im Oktober beginnen die Fundamentarbeiten im Bereich Weltrad, die im März 2017 abgeschlossen sein sollen. Auch für Plötzky und Pretzien ist eine solche Schutzmauer eingeplant. Gelagert werden die Paneele in Containern.

Bislang musste die Wasserwehr „Aqua Barrier“ aus Holz und XXL-Sandsäcke bugsieren. Die Aluminium-Variante ist eine deutliche Erleichterung, äußerte sich Wehrleiter Dirk Lindner zufrieden. Er kann in seiner Truppe übrigens noch Mitstreiter gebrauchen, gerne auch junge, um den Altersdurchschnitt von Ü 50 etwas zu senken.

„Das kannst Du mal noch erwähnen“, rief ein Wasserwehr-Kamerad dem Volksstimme-Mann zu: „Wir machen das hier alles ehrenamtlich.“