Barby l Zum vereinbarten Termin trägt Stephan Wapenhans eine blaue Trainingsjacke. Ein schickes Markenteil, aber eben eine Trainingsjacke. Normalerweise kennt man den Sänger und Schauspieler nur im feinen Zwirn, wenn er auf der Bühne steht. Wie in den vergangenen Jahren, als er mit einer Operetten-Gala den Saal seiner Heimatstadt füllte oder bei Theateraufführungen im Schlosspark für Heiterkeit sorgte.

Das Tragen legerer Freizeitkleidung hat eine Vorgeschichte. Das Multitalent begann in seiner Jugend eine sportliche Karriere bei den Kanuten, die in der Delegierung zur Sportschule Magdeburg (1980 bis 83) gipfelte. Parallel dazu sang Stephan Wapenhans im Studioensemble der Maisan von Gerhard Wahl.

Seit einiger Zeit besinnt sich der 49-Jährige auf seine alte Heimat. Wapenhans, dessen erster Wohnsitz Wien war und der als „Wohnmöglichkeiten“ Berlin, München, Köln, Hamburg, Wien, Barcelona, Dresden, Frankfurt, Leipzig oder Stuttgart angibt, engagiert sich auch hier künstlerisch. Nachdem die Operettengala 2011 für einen vollen „Rautenkranz“ sorgte, trat er wenig später zusammen mit der österreichischen Sängerin Simone Neuhold auf.

„Ich finde es schön, für diese Region etwas z

Es folgte zusammen mit und für die Kinder der Grundschule „Am Prinzeßchen“ ein Konzert, das musikalisch die Länder Europas berührte.

Warum er das macht? „Ich finde es schön, für diese Region etwas zu bewegen“, begründet er sein Engagement mit dem Zusatz, potenzielle Nachahmer inspirieren zu wollen. Denn der Mensch müsse sich dort wohlfühlen, wo er lebt. Solche Sätze glaubt man dem Protagonisten, der vor allem Kinder und Jugendliche mit der Muse vertraut machen möchte. Die haushaltsklamme Stadtverwaltung wird es ihm hoffentlich danken, die auch in besseren Zeiten nicht gerade für das Setzen kultureller Akzente bekannt war.

Der Barbyer unterstreicht, dass jedes Kind und jeder Jugendliche die bestmöglichen Bildungschancen erhalten soll – unabhängig von der sozialen Herkunft. Deshalb setzt er das Projekt „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ um.

Es ist der Nachfolger des „Pelle-Musicalcamp“, dessen junge Akteure in den vergangenen Monaten mehrmals in der Öffentlichkeit auftraten. So beim Barbyer Brückenfest, dem Weihnachtsmarkt oder einer Veranstaltung des Sozialen Netzwerks Calbe. Den jungen Menschen wurde dort nicht nur eine kreative Freizeitgestaltung geboten, sie fanden auch ein zweites Zuhause.

Nachfolger des "Pelle-Musicalcamp"

Dank Förderung kann das ein weiteres Jahr unter anderer Überschrift so bleiben. Teilnehmer sind bis zu 35 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren, die Lust auf Theater, Musik und Tanz haben. Profis aus den Fächern Tanz, Choreografie, Opern-, Operetten- und Musicalgesang unterrichten sie. Gemeinsam soll ähnlich wie bei „Pelle“ ein tolles Stück entwickelt werden, das am Ende öffentlich aufgeführt wird. Wie Stephan Wapenhans sagt, sei das Format im brandenburgischen Rüdersdorf auf gute Resonanzen gestoßen.

In den vergangenen Monaten brachte er außerdem noch Asylbewerbern der Einheitsgemeinde Barby deutsch bei.

Stephan Wapenhans machte seine ersten musikalischen Schritte im Schulchor von Gabriele Bernhard in der „Polytechnischen Oberschule Friedrich Engels“. Als Schauspieler wirkte er unter anderem in einem „Tatort“ oder der Serie „Soko Wien“ mit.

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