Tourismus

Radfahrer enttäuscht von Fährzeiten an der Saale in Gottesgnaden

Die kurzen Fährzeiten der Saalefähre Gottesgnaden ist für Radfahrer eine Herausforderung. In der vergangenen Woche standen wieder Radler am Fluss und suchten eine Möglichkeit, über das Wasser zu kommen.

Von Thomas Höfs
Luise Hilse und Andy Havemann wollten in Calbe nach Gottesgnaden übersetzen. Über die kurzen Fährzeiten zeigten sich die beiden Radtouristen enttäuscht. Vor allem hätte sie sich an der Fähre einen Hinweis gewünscht, dass es in einiger Entfernung eine Brücke über die Saale als Alternative für sie gibt.
Luise Hilse und Andy Havemann wollten in Calbe nach Gottesgnaden übersetzen. Über die kurzen Fährzeiten zeigten sich die beiden Radtouristen enttäuscht. Vor allem hätte sie sich an der Fähre einen Hinweis gewünscht, dass es in einiger Entfernung eine Brücke über die Saale als Alternative für sie gibt. Foto: Thomas Höfs

Calbe - Die Saale erwies sich für Luise Hilse und Andy Havemann als beinahe unüberwindbar. Die beiden Berliner waren von der Mündung zu einer mehrtägigen Tour in Richtung Quelle des Flusses gestartet. Irgendwo auf der anderen Saaleseite wollten sie auf einem Campingplatz übernachten. Nachdem die Überfahrt mit der Rosenburger Fähre schon nicht geklappt hatte, setzten sie ihre Hoffnung auf das Calbenser Schiff. Doch um wenige Minuten verpassten sie die Einsatzzeit der Fähre. Schade, meinten die beiden, als sie das Fährschiff gut vertäut am anderen Saaleufer sahen.

„Und wie kommen wir jetzt über den Fluss?“, fragte Luise Hilse ihren Freund. Dass es in nicht allzu weiter Entfernung eine Brücke gibt, die auch Radfahrer benutzen können, erzählten die Passanten den Radlern. Einen Hinweis zu der Brücke als Ersatz für die Fähre gibt es an der Fährstelle nicht, bedauerten die beiden. Nicht ganz einfach sei die Navigation für Menschen, die sich in der Region nicht auskennen, meinte Andy Havemann. Er sei schon mal vor Jahren an der Saale mit dem Rad unterwegs gewesen und wolle nun diesen Teil des Flusses kennenlernen.

Die beiden hätten sich gewünscht, dass vor allem im Sommer, wenn die Tage lang sind, das kleine Fährschiff in Calbe länger unterwegs sei. Die Kritik an den Fährzeiten ist nicht neu und hatten auch schon vor einigen Wochen die Mitarbeiter des Trägervereins des Saaleradweges geäußert. Sie waren selbst in der Region unterwegs, um sich ein Bild von der Strecke zu machen. Stimmt die Ausschilderung? Können sich die Radfahrer in der Gegend orientieren? Wie leicht ist es, über die Saale zu gelangen. Auch die Mitarbeiter des Saaleradweges wollten in Calbe das Fährschiff benutzen und mussten sich wegen einer mehrstündigen Mittagspause einen anderen Weg suchen.

Für den Tourismus sei dies nicht sehr zuträglich, schätzten die Experten ein. Immer wieder erreichen sie wegen der Fährzeiten in Calbe Beschwerden von Radfahrern. Denn kaum jemand rechnet damit, dass das Schiff nur mit längeren Unterbrechungen am Tag fährt und für die Touristen deshalb nur sehr eingeschränkt verfügbar ist. Vor allem fährt die Fähre nicht jeden Tag zur gleichen Zeit. Von Montag bis Mittwoch macht der Fährmann von 8.30 bis 14.30 Uhr eine Pause. Dienstags und donnerstags ist die Pause nur von 12.30 bis 14.30 Uhr vorgesehen. Von Freitag bis zum Sonntag beginnt die Pause wiederum eine Stunde früher. Interessierte können sich hier nur über die Internetseite der Stadtverwaltung informieren. Allerdings werden die Fährzeiten hier nicht mehr auf der Startseite angezeigt. Der Bürger braucht hier schon etwas Geduld, um die Zeiten zu finden, an denen die Fähre unterwegs ist. Dabei war die Zahl der Nutzer der Saalefähre in den vergangenen Jahren stark eingebrochen. Aus touristischer Sicht müsse das Schiff täglich ohne Pause für die Radfahrer verfügbar sein, meinen die Fachleute vom Saaleradweg. Die Enttäuschung bei den Radfahrern sei sonst zu groß und viele behielten Calbe auch deshalb eher negativ in Erinnerung. Auf beiden Seiten der Saale verläuft der Saaleradweg durch Calbe.

Wer in Richtung der Mündung fährt, kann sich am Ortseingang der Stadt entscheiden, auf welcher Seite er weiter fahren will. Schwieriger wird es für diejenigen, die in Richtung Quelle unterwegs sind. Ohne die Fähren müssen sie bis zur Calbenser Brücke.