Schönebeck l Von einem „großen Mega-Ereignis“ spricht Thomas Bombach, wenn er auf das kommende Wochenende blickt. Zu Recht. Schließlich werden gleich zwei hochrangige Wettbewerbe in Schönebeck ausgetragen, die einfach eine Augenweide sind. Die Rede ist von dem 19. Deutschland-Cup und den 44. Deutschen Vereins-Mannschafts-Meisterschaften. Ausgetragen werden diese Turniere in der Disziplin Rhönrad.

„Das wird etwas für das Auge“, betont Thomas Bombach, der dabei selbst ein Glänzen im Blick hat. Schließlich werden sich hochkarätige Sportler in der Halle der Berufsbildenden Schulen in Frohse messen. „Technisch sind die Teilnehmer auf einem ganz anderem Niveau“, versichert der Lehrer.

Ausgerichtet wird das Wettbewerbswochenende von dem Magdeburger Sportverein 90 (MSV 90), in dem derzeit rund 70 Rhönradsportler im Alter von fünf bis 26 Jahren trainieren. Unterstützung erhält der Magdeburger Verein aus Schönebeck. Denn hier gibt es einerseits seit 18 Jahren das Rhönrad Team, das der Sekundarschule „Am Lerchenfeld“ angegliedert ist und von Thomas Bombach geleitet wird. Hier in der Elbestadt gibt es aber außerdem noch die besten Bedingungen für eine solche Großveranstaltung. Das betont Klaus-Jürgen Schlawin, Abteilungsleiter beim MSV 90.

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Die Besten der Besten

Austragungsort ist also die Turnhalle der Berufsbildenden Schulen in Frohse. Mehr als 250 Teilnehmer, so Klaus-Jürgen Schlawin, haben sich angemeldet. „Schon allein von dieser Dimension her wird das riesig“, sagt er. Da kann ihm Thomas Bombach nur zustimmen. „Ich weiß gar nicht, wann wir das letzte Mal eine solche Großveranstaltung in Schönebeck gehabt haben“, sagt er.

Zurück zum Wettkampf: „Hier treffen die Besten der Besten aufeinander“, schätzt Klaus-Jürgen Schlawin ein. „Wir können zwar nicht mit Weltmeistern aufwarten“, sagt er. „Doch wir haben vielversprechende Talente dabei.“ Gemeint ist beispielsweise Malte Schröder. Der Schüler ist 2016 deutscher Vizejuniorenmeister in der Altersgruppe 14 geworden. „In zwei Jahren wird er bei der Weltmeisterschaft starten“, prophezeit ihm sein Trainer.

In Schönebeck dürfte der Magdeburger Sportler kein Unbekannter sein. „Er ist bereits bei der Sportnacht in diesem Jahr aufgetreten“, ergänzt Thomas Bombach. Dabei habe er ein turnerisches Können gezeigt, bei dem man eigentlich nur vor Neid erblassen könne. Damit gibt er Klaus-Jürgen Schlawin ein Stichwort. „Rhönradsport ist nicht nur Turnen, es ist Turnen in einem sich bewegenden Turngerät“, führt der Magdeburger aus. Demnach wird es Musik geben und eine Vielzahl von Küren.

Verrückte Choreographien

Zum Ablauf: Am Sonnabend, 5. November, sowie am Sonntag wird jeweils von 10 bis 16 Uhr der 19. Deutschland-Cup ausgetragen. In den weiblichen und männlichen Altersklassen starten je drei Turner, die ihr Können in einer Kür zeigen.

Besonderes Schmankerl, so die beiden Organisatoren, sind am Wochenende die 44. Deutschen Vereins-Mannschafts-Meisterschaften. Sie werden am Sonnabend von 18 bis zirka 22 Uhr ausgetragen. Hierbei werden sich die sechs besten Vereinsmannschaften Deutschlands messen. Geturnt werden sechs Übungen aus den Bereichen Spirale, Geräteturnen und Sprung.

Eintritt ist frei

Der Eintritt zu allen Wettbewerbsteilen ist frei. Die Veranstalter hoffen auf viele Zuschauer. Die bekommen übrigens nicht nur die hochkarätigen Wettbewerbsteilnehmer zu sehen. Natürlich haben auch die Rhönradturnerinnen aus Schönebeck ihren großen Auftritt. Sie zählen nicht als Teilnehmer, dafür beweisen sie ihr Können jeweils am Sonnabend und Sonntag. „Am Sonnabend werden wir mit fünf Rädern gleichzeitig auftreten“, kündigt Thomas Bombach an. Am Sonntag setzen die Schönebecker Rhönradsportlerinnen noch einen drauf, indem sie dann eine Show zeigen, bei der gleichzeitig neun Rhönräder auf der Bühne sind.

„Das wird eine ganz verrückte Choreographie“, verrät Thomas Bombach. Daran feilen seine Sportlerinnen bereits seit geraumer Zeit. Bis zu ihrem großen Auftritt müssen sie noch reichlich trainieren, erzählt der Lehrer. Doch er ist sich sicher, dass sich sein Rhönrad Team nicht hinter den Wettbewerbsteilnehmern verstecken muss. „Das, was wir machen, wird so in den Wettbewerben nicht zu sehen sein“, sagt er. Zwar können die Sportlerinnen der Schönebecker Schulgruppe den Wettbewerbsteilnehmern technisch nicht das Wasser reichen. Dafür glänzen die Schönebecker Mädels mit ihren ausgefeilten Choreografien. Denn diese seien nicht typisch für die Turniere. „Insofern sind wir alle nicht miteinander zu vergleichen“, führt Thomas Bombach aus. Langeweile wird es am kommenden Wochenende auf jeden Fall nicht geben, davon ist er überzeugt - sowohl für die Zuschauer als auch für die Teilnehmer.

Während die Sportler also derweil eine gewisse Aufregung verspüren, haben die Organisatoren noch alle Hände voll zu tun. So müssen beispielsweise die mehr als 250 Teilnehmer irgendwo untergebracht werden. An Hotels denkt hier keiner. In verschiedenen Turnhallen und Jugendclubs werden die Sportler ihre Schlafsäcke ausrollen. Des Weiteren müssen rund 30 Rhönräder vor Ort bereit stehen. Denn es sei untypisch, dass die Sportler ihre eigenen Rhönräder zum Wettbewerb mitbringen.