Calbe l Der Roland steht noch heute am Rathaus und reckt das Schwert in die Höhe. Die Bedeutung der Statue kennt heute kaum noch jemand. Im Mittelalter war dies anders. Da stand der Roland für ein freies Bürgertum. Eigener Handel und eigene Gerichtsbarkeit waren die Markenzeichen, die die Menschen seinerzeit anzogen. In den damaligen Städten lebte es sich freier vom Adel, der auf dem Land das Sagen hatte.

Die Rolandfiguren erinnern an diese Epoche, als das Bürgertum in den Städten selbstbewusst wurde und erwachte. Heute steht das Rolandfest in der Saalestadt vor allem für einen unbeschwerten Tag auf dem Markt. Ein buntes Programm hatte sich Bürgermeister Sven Hause einfallen lassen, um den Bürgern Unterhaltung zu bieten. Mit der Thüringer Showband Hashtag wurde es zunächst einmal laut auf dem Marktplatz. Ganz im Gegensatz zum Auftritt der Kindergartenkinder Vom „Haus des Kindes“. Deutlich leiser kamen sie Mädchen und Jungen rüber.

Historische Fahrzeuge

Rund um den Marktplatz hatten die Calbenser Schrauber ihre Schätzchen zusammen mit den Sammlern historischer Fahrzeuge ausgestellt. Nicht nur Technik aus der ehemaligen DDR gab es hier reichlich zu sehen. Unter den Schmuckstücken befand sich ebenso ein alter Ford.

Bilder

In der Stephanikirche hatten die Mitglieder des Kirchbauvereins das Gotteshaus in ein Café verwandelt. Die Idee kam sehr gut an, sagte Ellen Ernst. Nach knapp anderthalb Stunden waren die zwölf Torten und fünf Kuchenbleche über den Tisch gegangen. Zur besten Kaffeezeit waren die Vereinsmitglieder ausverkauft. Das lasse sich immer schwer abschätzen, sagte Ellen Ernst. Im vergangenen Jahr sei die Nachfrage viel schleppender gegangen. „Da haben wir sehr viel Kuchen wieder mitgenommen.“ Die Besucher genossen diesmal die kühlen Temperaturen sowie die Ruhe in der Kirche und informierten sich über die Sanierung des 1495 erbauten Gotteshauses.