Eggersdorf l Ein Urlaub am Gardasee in Italien kann so schön sein. Entspannung pur. Noch wochenlang möchte man in den Erinnerungen sprichwörtlich baden. Doch was hilft der schönste Traum, wenn aus dem gegenüberliegenden Park bis kurz vor drei Uhr morgens laute Musik dröhnt?

So geschehen ist dies Josefine Lemke. Die Humoristin wohnt schon lange mit ihrem Mann in direkter Nachbarschaft zum Eggersdorfer Tränkeplatz. In den letzten Jahren hat sich die Situation drastisch verschlimmert, so Josefine Lemke. Am Abend vor einem Auftritt musste sie bis kurz vor drei Uhr morgens warten, bis sie endlich zum Schlafen gekommen war. „Am Wochenende sind wir meistens länger wach als 22 Uhr“, erklärt die Eggersdorferin. „Da ist es nicht so schlimm, wenn die Jugendlichen noch ein wenig länger ihre Musik hören.“

Krach stört am meisten

Weiter ist es ihr egal, dass zur eigentlichen Ruhezeit Jugendliche den Platz benutzen. „Wenn sie bloß dort sitzen, ohne Krach zu machen, stört es ja niemanden“, erklärt sie weiter. Dem Ordnungsamt ist das Problem durchaus bekannt.

Auch Andreas Pluntke, Leiter des Ordnungsamts der Gemeinde Bördeland, ist das Verhalten der Jugendlichen ein Dorn im Auge. Er erklärt: „Generell ist in der Gefahrenabwehrverordnung der Gemeinde genau geregelt, was erlaubt ist und was nicht.“ Weiter stellt er klar, dass das Belästigen, oder Gefährden Dritter durch Schreien, Liegenlassen von Flaschen, Notdurftverrichtungen und Erbrechen, klar gegen die Verordnung verstößt.

Ordnungsamt nennt Hilfen

Außerdem erklärt er, wie Bürger im Falle einer Lärmbelästigung reagieren können: „Es besteht die Möglichkeit, den Bereitschaftsdienst der Gemeinde zu kontaktieren oder den Zeitpunkt und die Namen der Personen vor Ort zu notieren und an das Ordnungsamt weiterzuleiten.“ Auch die Polizei nennt er als weitere Möglichkeit.

Die Notrufzentrale wurde auch durch Josefine Lemke kontaktiert. Allerdings hieß es da, dass andere Fälle dringender sind, und es wurde gefragt, wie akut die Situation denn sei.

Polizei kennt das Problem

Der Regionalbereichsbeamte (RBB) der Gemeinde, Holger Scholz, kennt das Problem am Abend. Er verspricht: „Wir werden unsere Dienstzeiten in die Abend- und Nachtstunden verlagern.“ Außerdem merkt er an, dass viele der Ruhestörer Jugendliche sind und diese bekanntlich bald Sommerferien haben. „Da werden wir reagieren.“

Der Eggersdorfer Ortsbürgermeister Jürgen Rode ist der Meinung, dass Gespräche mit den Jugendlichen und deren Eltern sinnvoll sind. „Dies ist auch schon öfters geschehen“, so Jürgen Rode.

Gespräche brachten nichts

Josefine Lemke selbst erkannte ebenfalls einige Jugendliche. Sie sprach mit den Eltern, doch da kam nur ein „Wo sollen sie denn sonst hin“ auf sie zu, so die Humoristin. Weiter ist es ein Problem, das einige der Störenfriede nicht aus dem Dorf kommen, so der Ortsbürgermeister.

Dennoch sollen Hausbesuche bei den Betroffenen durch die Polizisten erfolgen. Andreas Pluntke vom Ordnungsamt ergänzt, dass Ruhestörungen, Beleidigungen, Drohungen und Vandalismus kein Bagtelldelikt sind. Allein für die Belästigung durch Ruhestörung kann eine Geldbuße von bis zu 5.000 Euro erfolgen.

Platz ist frisch saniert

Der Eggersdorfer Tränkeplatz ist gerade erst renoviert worden. Nur kurze Zeit später lag der erste einbetonierte Pfeiler mit dem neuen Schild auf dem Boden.

Immerhin: Durch das neue Schild hat die Gemeinde rechtliche Befugnisse auf der Parkanlage. Nun können besser Platzverweise und andere Maßnahmen ergriffen werden. Außerdem gilt nun auf der Grünfläche eine Sonn- und Feiertagsruhe und eine Nachtruhe von 22 Uhr bis 7 Uhr morgens.

Alkohol verboten

Auch Abfälle sollen nun in die entsprechenden Behälter entsorgt werden. Größere Mengen sind unverzüglich mitzunehmen. Wichtigste Neuerung: Alkoholische Getränke sind nun nicht mehr erlaubt.