Aschersleben (vs) l Eine 73-Jährige Rentnerin aus Aschersleben ist am Dienstag Opfer von Betrügern geworden. Bei der "Schockanruf" genannten Masche hat sie 12.000 Euro verloren. Am Morgen wurde sie von einer weinenden Frau angerufen, welche sich als ihre Tochter ausgab und erklärte, dass sie einen Unfall hatte bei dem jemand totgefahren wurde. Anschließend übergab sie das Telefon an eine angebliche Polizeibeamtin, welche ihr Erscheinen am Wohnort ankündigte.

Die weiteren Gespräche übernahm dann ein angeblicher Staatsanwalt, welcher die mögliche Haftstrafe (acht Jahre) gegen Kaution aussetzte. Nachdem die Betrüger vom Opfer erfahren hatten, dass sie 12.000 Euro auf dem Konto hat, wurde die „Kaution“ auf genau diesen Betrag festgesetzt.

Kein Unfall

Am Nachmittag erschien dann eine ungepflegt wirkende Frau, um das Geld in Empfang zu nehmen. Anschließend telefonierte das Opfer mit ihrer Tochter, welche daraufhin erklärte, dass sie auf Betrüger hereingefallen war. Ihr geht es bestens und sie hatte auch keinen Unfall. Die Polizei wurde informiert und nahm eine Strafanzeige auf. Von den Tätern fehlt aber bisher jede Spur.

Die Polizei weist in Anbetracht sich immer weiter häufender Betrugsfälle eindringlich darauf hin, dass vorwiegend lebensältere Menschen von diesen Betrügern um ihre Ersparnisse gebracht werden. Dabei sind die Betrüger meist sehr redegewandt, versuchen im Telefonat bereits alle Zweifel auszuräumen und bringen die späteren Opfer dazu, an die Geschichte zu glauben.

Aufklärungsarbeit durch Polizei

Die Polizei leistet im Rahmen ihrer Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit diesbezüglich gerade bei Senioren Aufklärung. Gefordert ist allerdings auch die Familie, welche sich mit der Aufklärung der Eltern und Großeltern befassen sollte. Oder aber die Bankangestellten und Verkäufer von Gutscheinen, die aufmerksam reagieren können und sollen, wenn beispielsweise größeren Bargeldsummen abgehoben (Enkeltrick oder Schockanrufe) oder Gutscheinkarten (Gewinnversprechen) von älteren Menschen gekauft werden.

Die Polizei empfiehlt, dass bei solchen Schockanrufen immer einer Vertrauensperson (Freunde oder Familie) einbezogen werden sollte, um dem Betrug entgegenzuwirken. "In vielen Fällen kann ein Anruf bei den Kindern oder der örtlichen Polizeidienststelle den Betrug verhindern", teilt das Polizeirevier Salzlandkreis mit.

Betrug vereitelt

Erst Mitte Januar wurde auch eine Frau aus Welsleben zum Ziel eines Schockanrufs. Glücklicherweise ließ sich der Betrug aber verhindern, bevor Geld übergeben wurde.