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Schönebecker Betriebe erklären Jugendlichen den Beruf: Windkraft aus dem Traktorenwerk

Hier wird viel geschweißt – und zwar präzise. Das wissen die Neuntklässler des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums Schönebeck dank ihrer Tour durch die Produktionshallen der Schönebecker TM Group jetzt. Und sie wissen auch, welche Berufe sie in dem Unternehmen lernen könnten – und ob die wirklich was für sie sind.

Von Bianca Oldekamp
Der hauptamtliche Ausbilder der Schönebecker TM Group zeigt den Neuntklässlern des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums bei ihrem Blick hinter die Kulissen den Stahlkies, mit dem die geschweißten Elemente für die Türme der Windkrafträder bestrahlt werden.
Der hauptamtliche Ausbilder der Schönebecker TM Group zeigt den Neuntklässlern des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums bei ihrem Blick hinter die Kulissen den Stahlkies, mit dem die geschweißten Elemente für die Türme der Windkrafträder bestrahlt werden. Foto: Bianca Oldekamp

Schönebeck - Endlich in Un-ternehmen reinschnuppern. Diese Gelegenheit hatten am Mittwoch Schüler der neunten Klassen des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums Schönebeck. Erstmals seit Corona. Dabei sollten die Schüler doch eigentlich gerade ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren, hätten schon an mehreren Zukunftstagen teilnehmen können. Doch all diese Möglichkeiten wurden ihnen pandemiebedingt genommen. Umso glücklicher waren sie, dank der Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Stadt Schönebeck, jetzt einen Blick in die Produktionshallen der Schönebecker TM Group an der Barbyer Straße werfen zu können.

Und dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Hallen, wie Geschäftsführerin Carolin Wallborn während des Rundgangs durch die Produktionshallen berichtet, sondern um die, in denen einst das Traktorenwerk Schönebeck war.

Doch was wird hier heutzutage eigentlich produziert? Auf diese Frage hatten die Schüler zum Start des Rundgangs in der extra für Lehrlinge eingerichteten Ausbildungswerkstatt keine Antwort. Jetzt allerdings wissen sie mehr.

Türme für Windkraftanlagen

Denn in den Hallen werden unter anderem die Türme für Windkraftanlagen gebaut. Stählerne Türme, die im wahrsten Sinne des Wortes viel Schweißarbeit benötigen – präzise Schweißarbeit. Der hauptamtliche Ausbilder der Unternehmensgruppe, Wolfgang Meinhard, erklärte den Schülern die einzelnen Produktionsschritte vom Stahl, der flach angeliefert wird, bis zum fertigen Stahlrohrturm, der Schönebeck dann aber natürlich nicht als Ganzes, sondern in mehreren Elementen mit einer Länge von bis zu rund 50 Metern des Nachts auf Schwerlasttransporten verlässt.

Unter anderem für die Herstellung dieser Stahlrohrtürme für Windkraftanlagen, die dann weltweit zu finden sind, sucht die Unternehmensgruppe jedes Jahr aufs Neue nach Auszubildenden. So bildet der Betrieb unter anderem Industriemechaniker aus. Aber auch ein duales Studium bietet das Schönebecker Unternehmen an – eine Möglichkeit, die gerade für Gymnasiasten interessant sein dürfte.

Für die war ihr erster Blick hinter die Kulissen eines Betriebes spannend. Malik Fischer und Yves Zenß finden: „Es war interessant und vor allem informativ, wie groß und vielfältig die Produktion hier abläuft.“ Und auch die Schülerinnen Lina Schröder, Karolin Heller und Nele Schmidt sind vom Ausflug in die praktische Welt begeistert, finden es spannend zu sehen, wie die Produktion abläuft und wie präzise die einzelnen Arbeitsschritte – insbesondere das Schweißen – vonstatten gehen müssen. „Es ist eine Arbeit, die von vielen unterschätzt wird“, findet Nele Schmidt. Und Karolin Heller, die jeden Tag an der Halle vorbeifährt, ist froh, dass sie jetzt endlich weiß, was hier produziert wird.

Sich selbst sehen aber weder die Jungs noch die Mädels nach ihrem Abschluss in dieser Produktionshalle. Doch auch zu wissen, was man später nicht machen möchte, bringt die Schüler bei ihrer Berufswahl schließlich weiter.

Als spannend beschreiben (v. l.) Lina Schröder, Karolin Heller und Nele Schmidt, was sie  bei der TM Group gesehen haben.
Als spannend beschreiben (v. l.) Lina Schröder, Karolin Heller und Nele Schmidt, was sie bei der TM Group gesehen haben.
Foto: Bianca Oldekamp
Malik Fischer und Yves Zenß fanden die Führung durch die Produktionshallen informativ, sehen sich selber aber nicht in diesen.
Malik Fischer und Yves Zenß fanden die Führung durch die Produktionshallen informativ, sehen sich selber aber nicht in diesen.
Foto: Bianca Oldekamp