Schönebeck l Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie. Doch die Familie zusammenzuführen ist unter den aktuellen Pandemiebedingungen alles andere als einfach. Vor allem die ältesten Familienmitglieder zu besuchen ist schwierig. So gelten in Senioreneinrichtungen – zum Schutze der Bewohner – strenge Besuchsregeln.

Für Annett Lazay, Vorsteherin beim Diakonieverein Burghof, und Doreen Gutjahr, Leiterin des „Haus Magdalenenhof“, steht also fest: Dieses Jahr wird Weihnachten „anders“ gefeiert.

Ein Besucher pro Bewohner

Grundlage für die Regelungen in den Einrichtungen bildet unter anderem eine Allgemeinverfügung des Salzlandkreises. Demnach darf jeder Bewohner nur einen Gast pro Tag empfangen. Lediglich für Heiligabend und die zwei darauf folgenden Weihnachtsfeiertage sieht der Kreis eine Ausnahme vor. An diesen drei Tagen ist es den Einrichtungen nämlich erlaubt die Besucherzahl in Eigenregie auf zwei Personen am Tag zu erhöhen.

Grundsätzlich müssen die Besucher aber einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können oder sich direkt vor Ort einem Schnelltest unterziehen – der natürlich negativ ausfallen muss.

Hilfe von außen

Letzteres ist aber mit einem enormen Aufwand verbunden. „Pro Tag haben wir im Burghof etwa 80 Besuchspersonen. Das ist wunderbar für die Bewohner aber nicht für eine Testung. Die Pflegekräfte arbeiten längst am Limit “, so Annett Lazay. Für die zahlreichen Tets brauche man zwingend Hilfe von außen. Der Burghof führt daher bereits Gespräche mit der Bundeswehr, um Unterstützung zu erhalten.

„Das mit den Tests macht es schon schwieriger“, sagt auch Doreen Gutjahr. Sie zeigt sich aber optimistisch, dass man das hinbekomme. „Unsere Mitarbeiter sind geschult und führen bereits regelmäßig Schnelltest durch“, sagt sie.

Aktivitäten draußen

Trotz dieser schwierigen Bedingungen ist man aber in beiden Einrichtungen bestrebt, den Bewohnern eine schöne Weihnachtszeit zu bescheren. „Alle Häuser sind liebevoll geschmückt und bereiten so die Seelen auf das Weihnachtsfest vor. Auch Gottesdienste und Christvespern werden gefeiert, allerdings nicht hausübergreifend zentral, sondern in diesem Jahr in den Häusern einzeln und ohne die Angehörigen. Große Weihnachtsfeiern mit allen Bewohnern und allen Mitarbeitern gehen natürlich derzeit nicht“, teilt Annett Lazay mit.

Auch im Haus Magdalenenhof sind die Wohnbereiche weihnachtlich geschmückt, so Doreen Gutjahr. Außerdem laufe die „Weihnachtsbäckerei auf Hochtouren“ und weihnachtliche Musik und gemeinsame Bastelaktionen stimmen auf das bevorstehende Fest ein. „Angebote wie Adventssingen oder Besuche des Kindergartens finden im Außenbereich, vor dem Haus oder in unserem Garten statt“, erklärt Gutjahr weiter.

Feiern bewusst erleben

In beiden Einrichtungen wird Weihnachten also in einem kleineren Rahmen gefeiert. Es wird anders, als es Senioren, Angehörige und Mitarbeiter gewohnt sind. Aber: „Anders muss nicht schlechter heißen. Wir werden in diesem Jahr die Feiern sehr viel bewusster wahrnehmen und erleben und uns daran freuen, was pandemisch halt geht“, sagt Annett Lazay. Außerdem verleiht sie der Hoffnung von Bewohnern und Mitarbeitern Ausdruck, dass Corona im nächsten Jahr nicht mehr eine ganz so große Rolle spielt. Ein Wunsch, den sicher jeder teilt.