Schönebeck l Manchmal braucht es nicht viel, um etwas gutes zu tun. Manchmal braucht es nur ein paar Anrufe. Manchmal kann schnell und unkompliziert anderen geholfen werden. Das haben Schönebecker Unternehmen nun bewiesen. Kurz vor Weihnachten haben nämlich mehrere Unternehmer aus der Region dem Verein Rückenwind eine bedeutende Spende in Höhe von 11.400 Euro überreicht.

„Ich lese jeden Morgen die Zeitung und habe so auch von den finanziellen Problemen des Jugendbüros ‚Piranha‘ erfahren“, berichtet Hans-Jürgen Schwarz, Geschäftsführer bei Ambulanz Mobile. Da er die Jugendarbeit als wichtige Aufgabe versteht, habe er sich spontan dazu entschlossen, dem Trägerverein Rückenwind zu helfen.

Unternehmen angerufen

„Ich habe mir das Telefon geschnappt und weitere Unternehmer angerufen, um sie mit ins Boot zu holen“, so Schwarz. Und das hat äußerst gut geklappt. Nach mehreren Telefonaten hat Schwarz 13 weitere Unternehmen für das Vorhaben – Rückenwind zu unterstützen – begeistern können.

„Jeder hat das gegeben, was er wollte oder konnte“, erklärt Hans-Jürgen Schwarz. „So wollen wir als Schönebecker Wirtschaft ein Zeichen setzen. Es ist eine Geste der Unterstützung.“

Fast vom Stuhl gefallen

Jana Dosdall, Vorsitzende von Rückenwind, nahm den Spendenscheck entegen und hob hervor: „Das ist viel mehr, als nur eine Geste. Wir sind überwältigt. Als ich davon erfahren habe, wäre ich fast vom Stuhl gefallen. Mit einer solchen Summe haben wir, besonders in diesem Jahr, nicht gerechnet.“

Mit dem Geld wolle man vor allem die Öffnungszeiten in dem Kinder- und Jugendbüro „Piranha“ ausweiten, erklärt Jana Dosdall. So könne man im nächsten Jahr einfach mehr Stunden für die jungen Schönebecker „da sein“. Ursprünglich war geplant, die Einrichtung zwischen sechs und acht Stunden in der Woche zu öffnen. Dies könne nun ausgebaut werden.

Zuschüsse gestrichen

Die Zukunft der Einrichtung war übrigens lange Zeit ungewiss. Im Rahmen der Haushaltskonsolisierung der Stadt wurden nämlich die finanziellen Zuschüsse für das „Piranha“ ab dem Jahr 2021 eigentlich komplett gestrichen. Kürzlich hat die Stadtverwaltung aber nun doch noch Geld auftreiben können, da für die Unterstützung anderer Jugendclubs weniger Geld beantragt wurde, als im Haushalt eingeplant war (Volksstimme berichtete). Diese Differenz – es handelt sich um insgesamt rund 70.000 Euro, verteilt auf die Jahre 2021, 2022 und 2023 – will die Stadt dem Verein Rückenwind für das „Piranha“ zur Verfügung stellen. Heute entscheidet der Stadtrat darüber. In den vorangegangenen Ausschussitzungen zeigte sich aber bereits, dass die Stadträte diesem Anliegen wohlwollend gesonnen sind.

Trotzdem muss klar sein, dass das Jugendbüro nur in einer deutlich abgespeckten Variante weiter betrieben werden kann. Angebote fallen weg und auch eine tägliche Öffnung – wie es in diesem Jahr noch der Fall war – ist mit den verfügbaren Geldern nicht mehr möglich. Dennoch schmälert dieser Umstand in keinster Weise das soziale Engangement und dieses wichtige Signal der Schönebecker Unternehmer.