Sachsendorf l Vereinsvorsitzender Martin Häniche sendet seine Hilferufe in alle Himmelsrichtungen aus. Der Mühlenverein muss einen bestimmen Eigenanteil an der Gesamtfinanzierung aufbringen, ohne den das Reparaturprojekt zu scheitern droht. Dafür geht der Verein Klinken putzen. Mal herrscht bei der Sponsoren-Gegenstelle Funkstille, manchmal hallt ein Signal zurück. Auch beim Ortsverein der Sozialdemokraten wurde eine solche Anfrage gestellt. Die kleine Gemeinschaft ist aus nachvollziehbaren Gründen zwar nicht in der Lage, ein paar hundert Euro für die Sachsendorfer auf den Tisch zu blättern, will aber moralische Unterstützung leisten. So unterstützt die SPD den Freundeskreis Mühle Sachsendorf e.V. bei dessen Spendenaufruf.

Der Mühlenverein ist eine gemeinnützige Gemeinschaft, die sich 1991 gründete und sich zum Ziel setzte, die über 300 Jahre alte Bockwindmühle als technisches Denkmal wieder aufzubauen und für die Nachwelt zu erhalten. Der grundhafte Wiederaufbau war 1993 abgeschlossen. Besonders stolz ist der Verein darauf, dass die Mühle windgängig ist, sich also die Flügel drehen. Was besonders bei Mühlen- und Denkmalstagen die Besucher immer entzückte.

Glück im Unglück

Doch seit vergangenem Jahr muss Vereinsvorsitzender Martin Häniche die Vergangenheitsform wählen, wenn er von „windgängig“ spricht. Weil das Bruststück gebrochen war - es trägt die Flügel - wurden die Ruten mit ihren Jalousien im vergangenen Spätsommer abgenommen. Glück im Unglück: Wäre das nicht geschehen, hätte Orkan Friederike mit Sicherheit für noch größere Schäden gesorgt.

Seitdem sieht die Sachsendorfer Windmühle aus der Ferne wie ein unscheinbarer Holzturm mit spitzem Dach aus.

Der 24-köpfige Verein hatte bisher verschiedene Förderanträge gestellt. So zum Beispiel beim Leader-Programm, das der Entwicklung ländlicher Regionen dient. Zieht man verschiedene Internet-Beispiele zu Rate, wird deutlich, dass mit Hilfe dieses Fördertopfes schon vielen Windmühlen geholfen werden konnte. Der Verein müsse allerdings noch seinen Eigenanteil aufbringen. Was er durch Sachleistungen, aber auch mit Euro und Cent tun kann. „Uns fehlen noch 2.500 Euro“, reibt sich der Vereinschef das Kinn. Und ohne die Sicherstellung der Eigenmittel wäre auch die Leaderförderung passé. Deswegen drückt den Mühlenverein die Zeit.

Viele Arbeiten stehen an

Doch es geht nicht nur um die Flügel. Auch andere wichtige Holzteile müssen ausgewechselt werden. Wie zum Beispiel der Mühlenbock, der quasi das Fundament der Windkraft darstellt. Dafür muss die Mühle spektakulär um 40 Zentimeter angehoben werden, was mit mehreren hydraulischen Hebern geschieht. Neue Bockschwellen aus Eiche werden dann eingebaut, das brüchige Steinfundament muss neu aufgemauert werden. Allein dieser Posten wird im Kostenvoranschlag mit 12.800 Euro angegeben. Bei dieser Gelegenheit - wenn die Mühle angehoben ist - soll zwischen Hausbaum und Mehlbalken eine Teflonplatte eingebaut werden. „Es gibt viele wichtige Gründe sich für den Erhalt des Wahrzeichens einzusetzen und die Reparaturarbeiten mit Spenden zu unterstützen“, heißt es in dem Unterstützungsschreiben des SPD-Ortsvereins. Und weiter: „Wir hoffen daher auf Ihre Bereitschaft, den Verein finanziell zu unterstützen.“