Schönebeck l Die politische Diskussion beginnt mit dem Bauausschuss am Montag. Die so genannte Bunte Fraktion um deren Vorsitzenden Thoralf Winkler (Grüne) und den parteilosen Mark Kowolik wollen einen Antrag diskutieren, der sich mit den Badeseen in Ostelbien beschäftigt. Welche Badestellen sind noch öffentlich zugänglich, welche nicht und welche müssten es wieder sein?

Fraktion fordert Übersicht

„In den vergangenen Jahren wurde immer mehr an die Seen heran und um sie herumführende Wege für die Öffentlichkeit gesperrt. Damit entfällt ein wesentlicher Vorteil des Gebietes“, heißt in der Begründung des Antrages. Die Fraktion fordert deshalb, eine Übersicht zu erstellen, welche Wege frei sein müssten oder wo Pachtverhältnisse vorliegen. Außerdem sollen Lösungsvorschläge für die Ratssitzung diskutiert werden.

„Jetzt im Winter ist die optimale Zeit, die Badesituation für den Sommer aufzuarbeiten“, meint Mark Kowolik. Schließlich stehe Schönebeck – trotz bewilligter Fördermittel für eine Sanierung – ein weiterer Sommer ohne Freibad bevor. „Am Edersee gibt es zum Beispiel eine schöne Badestelle, aber keine sanitären Anlagen“, weiß Kowolik. „Am Kolumbussee ist die Stelle zugewachsen.“

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Schwierige Situation am Tiefen See

Besonders schwierig scheint die Situation am Tiefen See nahe der Grenze zu Dannikow zu sein. Gemäß einer Karte, die der Volksstimme vorliegt, müsste der Strand an dem idyllischen See öffentlich zugänglich sein. Bei einer Recherche vor Ort erwies sich allerdings der Zugang zum See als nahezu unmöglich. Ein Zugang von der Straße „Steinbruchsee“ – einer viel befahrenen Landstraße ohne befestigte Fuß- und Radwege – ist nur außerordentlich schwierig über einen unwegsamen, steilen Weg möglich.

Klettern bis zum Seeufer

Zuvor müssten Besucher über eine Leitplanke klettern. Parkplätze sind dort ebenfalls kaum vorhanden. Wer versucht, über ein angrenzendes Wohn- oder Wochendhaus-Gebiet Zugang zum Strand zu bekommen, wird ebenfalls enttäuscht. Schon am Eingang dieses Gebietes weist ein Schild darauf hin, dass es keine Badestellen gebe. Tatsächlich ist auch an den Stellen, an denen baulich gesehen möglicherweise ein Zugang vorhanden sein könnte, der Weg mit Zäunen und selbst angebrachten Schildern versperrt. Hinweise auf den öffentlichen Wegen machen allerdings deutlich, dass sich Besucher auf dem Gebiet der städtischen Naherholungsförderungsgesellschaft befinden.

„Wir wissen einfach nicht, wie die Wegesituationen derzeit sind“, kommentierte Fraktionsvorsitzender Thoralf Winkler. Grund genug also für die „Bunten“, Maßnahmen ergreifen zu lassen und Klarheit zu beantragen.