Barby l Die diesjährige Stadtwette war anspruchsvoll. Bürgermeister Torsten Reinharz sollte gut 400 Radfahrer mobilisieren, die zur Eröffnung den Radweg an der Eisenbahnbrücke besetzten. Das Brückenbauwerk ist mit knapp 800 Meter Länge nicht gerade kurz. An beiden Aufgängen zum Radweg waren gut eine Stunde vor Beginn der Aktion Posten verteilt worden.

Die Arbeitsgemeinschaft für das Brückenfest hatte Aufkleber drucken lassen. Jeder Teilnehmer erhielt einen der kleinen Aufkleber für das Fahrrad, sagte Jürgen Krebs. „Wir haben 500 Stück anfertigen lassen. Wir zählen zum Schluss, wie viele wir noch haben“, erzählte er.

Lücken schließen

Bis nach 14 Uhr riss der Strom der Radfahrer auf der Barbyer Seite nicht ab. Mehrfach sah es vom Brückenpfeiler so aus, als ob bereits genug Radler auf der Brücke stehen würden. Es sah aber nur so aus. Immer wieder blieben die Gruppen stehen, dazwischen gab es große Lücken. Mit Ordnern auf der Eisenbahnbrücke versuchte Jürgen Krebs die Lücken zu schließen.

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Bis zum Schluss ließen sich die aber nicht mehr schließen. „Wir haben gut 300 Radfahrer auf der Brücke. Das ist mehr, als wir gedacht haben“, sagt Jürgen Krebs. Auch Torsten Reinharz, der mit seinem Rad an der Aktion teilnahm und sich ebenfalls auf die Brücke stellte, war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Schließlich sei die Wette nicht ganz einfach gewesen.

Großeinatz am Grill

Damit muss der Stadtchef wiederholt seinen Wetteinsatz bringen. Im kommenden Frühjahr, wenn die Radfahrersaison beginnt, wird er an der Barbyer Seite der Eisenbahnbrücke mit einem Grill die Radfahrer versorgen.

Mit dem Brückenfest geht es den Barbyern aber nicht nur um den Radweg, sondern den ursprünglichen Sinn des Brückenbaus. Die Überquerung der Elbe sei in der Zukunft wichtig, meint Jürgen Krebs. Der Ingenieur war bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt. Er kennt sich mit der Bahn bestens aus. Mittelfristig, schätzt er ein, fehle der Bahn eine Brücke über die Elbe. Schon jetzt werden die Brückenkapazitäten zu einem Flaschenhals bei den wachsenden Transportströmen auf der Schiene.

Neben der Bahn tummeln sich eine Vielzahl von Unternehmen inzwischen auf dem Gleisnetz. Hier sehe er eine Zukunft für die Brücke. Nur wenige Kilometer sind es von Barby bis nach Güterglück. Hier verläuft ein wichtiger Schienenstrang mit wachsendem Güterverkehraufkommen. Als die Kanonenbahn, zu der die Barbyer Brücke gehört, hier noch kreuzte, gab es eine riesige Kreuzung für die Züge. Hier konnten sie die Richtung wechseln. Der Vorschlag des Landrates vom Salzlandkreis, die Strecke zwischen Barby und Güterglück wieder aufzubauen, sei daher gar nicht so abwegig, schätzt der Fachmann ein.

Was wird aus der Brücke?

Was aus der ehemaligen Eisenbahnbrücke daher in der Zukunft wird, bleibt abzuwarten und spannend. Die privaten Eigentümer hatten zuletzt den Bau einer befahrbaren Straße auf der Brücke ins Spiel gebracht.

Beim Brückenfest dominierte wie in jedem Jahr die Volksfeststimmung. Ein buntes musikalisches Programm wartete auf die Besucher. Am Nachmittag gab es die Urkunden für die Baumpaten. Im Herbst soll auf den Elbwiesen eine große Streuobstwiese entstehen. Die Nachfrage nach den Patenschaften war größer als die geplanten 50 Bäume. Nun haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft mit dem Landeigentümer gesprochen und konnten dabei erreichen, dass mehr Obstbäume gepflanzt werden sollen. In einigen Wochen, wenn es die Witterung zulässt, sollen die Bäume gesetzt werden.