Plötzky l Der Verein „Erholung-Plötzky Pfeiffers See“ ist tief gespalten – zumindest, was die Auftritte im Internet angeht. Diejenigen, die dort dauerhaftes Wohnen anstreben, pflegen ihre eigene Präsenz. Nun gibt es ein Gegenangebot.

Die Seite www.am-pfeiffers-see.de beschäftigt sich mit den Argumenten derer, die eine Ausweisung des Gebietes um den Amselweg als Baugebiet vermeiden möchten. Sie befürchten hohe Kosten, die durch die Erschließung und Sanierungen entstehen. „Mit unserer Homepage wollen wir über unsere Argumente informieren und den Dialog anbieten“, erläutert Thomas Kaufmann, der im Impressum der Seite als Verantwortlicher geführt wird.

Verworrene Situation

Die Situation in dem Wohngebiet wird immer verworrener. Während der Stadtrat seine Entscheidung vertagt hat, ob aus dem Gebiet für Wochenendhäuser ein Areal für dauerhaftes Wohnen werden soll, tobt in Reihen der Anwohner offenbar ein erbitterter Machtkampf – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn für das Gebiet existiert bereits seit längerer Zeit ein Verein: „Erholung Plötzky Pfeiffers See“. Dieser ist als eingetragener Verein im Gerichtsregister aufgeführt. Dieser dient vor allem dazu, das Gebiet um den vereinseigenen Amselweg zu unterhalten. Dieser Weg dient als Zufahrtsweg zum Deich, wurde in der Vergangenheit stark belastet und bedarf einer Erneuerung. Dafür hat der Verein Landesfördermittel zum Hochwasserschutz zugesprochen bekommen.

Seit einigen Wochen hat der Verein einen Notvorstand, bestehend aus einer Gruppe um Martin Harsdorf. Harsdorf engagiert sich nun auch in einem weiteren, neu gegründeten Verein, der das Dauerwohnen unterstützt. Kurzum: ein Gebiet, zwei Unterhaltungsvereine, drei Homepages – und Wahlen vor der Brust.

Für den „Erholungsverein“ muss ein neuer Vorstand her. Auf Grund der Corona-Pandemie können die anstehenden Wahlen per Brief durchgeführt werden. Was sonst bei ehrenamtlichen Vereinen häufig abgenickt wird, könnte dieses Mal zu einer Zerreißprobe werden. Die Unterlagen seien den Mitgliedern per Einschreiben zugegangen. So wurde es zumindest auf der von Martin Harsdorf erstellten Webseite angekündigt. „Ich habe aber bisher nichts erhalten“, kommentierte Thomas Kaufmann. „Es war sehr viel Aufwand“, kommentierte Harsdorf. Nachvollziehbar: Denn der Wahlvorstand musste alle Einschreiben vorbereiten. Die Schreiben sollten allerdings vor Weihnachten rausgehen. Als Wahlvorstände fungieren Dietmar Naused, Brigitte Große sowie Elke und Peter Neuberg. Zur Wahl haben sich einige Personen gestellt.