Calbe l Auf Kerstin folgt Josi als Bollenkönigin. Am Sonnabendnachmittag übernahm die bisherige Bollenprinzessin das höchste Amt beim jährlichen Bollenfest offiziell. Bürgermeister Sven Hause nahm die Krönung auf dem Marktplatz vor und dankte zuvor aber der scheidenden Bollenkönigin Kerstin Merkel, die drei Jahre lang das Ehrenamt ausführte.

Tränenreich erinnerte Kerstin an die vergangenen Jahre. 70 Mal habe sie die Stadt präsentiert. 15.000 Kilometer habe sie dabei als Botschafterin zurückgelegt. Begleitet wurde sie dabei von ihrem Sohn Ben, der als Ritter in Kostümierung die Begleitung spielte. Calbe, so habe sie auf den zahlreichen Reisen erfahren, sei dabei nicht unbekannt. Viele Menschen können mit dem Namen der Stadt an der Saale etwas anfangen, erzählte sie.

Erfahrungen gesammelt

Nun wird Josi Würffel, die bereits als Bollenprinzessin Erfahrungen sammelte, die Präsentation ihrer Heimatstadt übernehmen. Eine neue Bollenprinzessin wurde am Sonnabend nicht gekürt. Der Bollenverein als Auswahlinstanz für die Bollenprinzessin und -königin hat ein Personalproblem, sagte Anja Würffel. Es finden sich aktuell keine Bewerber für den ehrenamtlichen Job.

Bilder

Bürgermeister Sven Hause rief vor der Krönung die jungen Calbenserinnen auf, sich eine Bewerbung zu überlegen. Zwar sei der Job stressig. Dennoch kommen die jungen Majestäten im Auftrag der Stadt sehr viel herum und lernen viele interessante Regionen in der Bundesrepublik kennen. Für die persönliche Entwicklung sei dies sicherlich nicht von Nachteil, meinte er.

Krönung als Höhepunkt

Das zeigte sich auch bei Kerstin Merkel, als sie ihre Bilanz vortrug. Einige Regionen und Städte, die sie besuchte, seien ihr ans Herz gewachsen. Auch ohne das prächtige Kleid und die Zwiebelkrone werde sie sicherlich dem ein oder anderen Ort in Zukunft wieder einen Besuch abstatten.

Die Krönungszeremonie war der Höhepunkt am späteren Nachmittag. Dabei war der Marktplatz den ganzen Tag über sehr gut besucht. Ohne Pause gab es ein abwechslungsreiches Programm für die Bürger. Gleich am Vormittag gab es eine Premiere. Die Kindertagesstätten der Saalestadt absolvierten gemeinsam einen Auftritt. So etwas hatte es zuvor noch nicht gegeben, sagte Sven Hause.

Bollenschälwettbewerb

Mittags gab es den traditionellen Bollenschälwettbewerb. Als Sieger der zwei Durchgänge gingen ausschließlich Herren hervor. Sven Hause und Frank Kaina schälten jeweils die meisten Zwiebeln in der Zeit von drei Minuten. „Ich habe das vorher nicht geübt“, war der Bürgermeister selbst erstaunt, dass er mit seiner Technik gewann.