Schönebeck/Söke l Das ganze Wochenende über waren mehrere hundert Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen – erfolgreich, wie sich am frühen Sonntagmorgen herausstellen sollte.

Noch nie dagewesene Katastrophe

Um 1.30 Uhr vermeldeten die Einsatzkräfte, dass der Brand unter Kontrolle sei und die türkischen Einsatzkräfte sowie die Bevölkerung aufatmen können. Das teilte Mechmed Tefikow mit. Das Mitglied des Städtpartnerschaftsvereins Schönebeck erfuhr über soziale Netzwerke von dem Feuer und nahm sogleich Kontakt mit Menschen aus der türkischen Partnerstadt auf.

Sie berichteten von einer Umweltkatastrophe, die Söke bisher noch nicht oder wohl nur selten gesehen hatte. „In der Region kennt man sich zwar mit Waldbränden aus, aber so heftig war es noch nie.“ Die genau verwüstete Fläche steht noch nicht fest. Ersten Schätzungen der türkischen Behörden zufolge fielen 500 bis 1000 Hektar den Flammen zum Opfer. Etwa 500 Feuerwehrleute kämpften gegen die Katastrophe. Sie rückten mit Fahrzeugen bis an den Brandherd heran und taten ihr Bestes, um die Menschen im Ort zu unterstützen. Dabei erhielten die Einsatzkräfte auch Unterstützung aus der Luft: Zwei Löschflugzeuge und fünf Helikopter waren im Einsatz.

Bilder

Wind vom Meer verschärft Situation

„Vom Meer zog heftiger Wind über das Land bis nach Söke“, berichtete Tefikow. Das habe, so das Mitglied des Vereins, die Brände noch einmal zusätzlich angefacht. „Hätte der Wind nicht nachgelassen, hätte das Feuer auch die Innenstadt von Söke erreicht.“ So wütete das Feuer in einem Areal, das etwa sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Dennoch: Einige Siedlungen stehen unweit des Brandherdes. Hier gab es Sachbeschädigungen. 90 Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Doch die Türken hatten sogar noch Glück. Menschen kamen bei der Naturkatastrophe nicht zu Schaden.

Flächen gleichen einer Mondlandschaft

Auch wenn das Schlimmste ausblieb und vor allem das Stadtzentrum verschont blieb, der Schaden ist dennoch immens. Wald- und Naturflächen gleichen einer Mondlandschaft. Uralter Baumbestand ist irreparabel zerstört. „Auf dem Gebiet befinden sich sehr viele Kiefern und vor allem Olivenhaine“, so Tefikow. Um diese historischen Gewächse sei es besonders schade. Außerdem bedeuteten die Flammen für große Teile der weitreichenden Tierwelt den Tod. „Das Feuer war so groß, sie konnten sich nicht retten“, sagt Tefikow. Eine Tragödie!

Mechmet Tefikow und der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, Markus Baudisch, hatten schon weit vor dem Unglück ihren Besuch in der Türkei geplant. Der bekommt jetzt natürlich einen bitteren Beigeschmack. Obwohl keine oder nur wenige Immobilien den Flammen gänzlich zum Opfer gefallen sind – der Schaden in dem türkischen Ort ist immens. Auf die Hilfe aus Schönebeck können die Bewohner der Stadt, die südlich der Großstadt Izmir liegt, dabei auf jeden Fall zählen. „Wir freuen uns über Spenden“, sagt Tefikow. Vom Städtepartnerschaftsverein helfe man jedenfalls so gut man kann.