Bördeland l Der Mensch ist ein Gewohnheitstier ... Und der sogenannte Schlauchverbund, den es offiziell und schriftlich fixiert nie gegeben habe, sei so eine Gewohnheit, mit der viele Feuerwehrleute groß geworden sind, sagt Hans-Georg Fabian, Gemeindewehrleiter von Bördeland. Feuerwehrtechnische Zentralen (FTZ) habe es schon zu DDR-Zeiten gegeben, das Kind trug da nur einen anderen Namen. Gebrauchte Schläuche sind dorthin gebracht und gereinigte in gleicher Stückzahl sofort wieder mitgenommen worden. Im FTZ sind die Schläuche gereinigt, getrocknet und auf Risse hin überprüft worden. Viele Wehren auf den Dörfern hatten sich auch selbst um ihre Schläuche gekümmert, Schlauchtürme zeugen davon.

Nach der Wende ging dann die Verantwortung mit dem neuen Brandschutzgesetz an die Landkreise über. Sie waren dafür verantwortlich, erläutert Fabian, die FTZ einzurichten und zu unterhalten. Die Verfahrensweise mit den Schläuchen sei mit übergegangen. Dann die Fusion der Altkreise zum Salzlandkreis – und ein FTZ in Staßfurt. Das Schlauch-Prozedere lief weiter.

„Aufgefallen ist es nun nur wegen der vielen und starken Flur- und Feldbrände. Aufgrund des hohen Bedarfs konnte das FTZ nicht mehr 1:1 tauschen“, weiß Hans-Georg Fabian. Denn bei der bisherigen Verfahrensweise sind die Schläuche, die Risse oder andere Schäden aufgewiesen haben, gleich aussortiert worden. Somit seien irgendwann viel weniger Schläuche da gewesen, als eigentlich sein sollten und müssten.

Schläuche mit "BÖ"

Seitdem gilt das gewohnte Tauschverfahren nicht mehr. Wer Schläuche abgibt, kann sie erst nach der Reinigung abholen. Und zwar nicht irgendwelche, sondern nur seine eigenen, erklärt der Gemeindewehrleiter. Durch eine Kennzeichnung ist ein Zuordnen möglich. So seien die Schläuche der Bördeland-Wehren mit „BÖ“ beschriftet. Das heißt, die Wehren brauchen neben ihrem Satz an Schläuchen auf dem Fahrzeug noch einen kompletten Reservesatz. „Für unsere Ortswehren kein Problem“, versichert Hans-Georg Fabian. Geht ein Schlauch kaputt, müsse für Ersatz gesorgt werden.“

Die Gemeinde will nun zentral ein Schlauch- und Schaumlager für Bördelands Feuerwehren einrichten. „Nach und nach, das ist ein langwieriger Prozess, die Zeit drängt nicht“, betont Fabian. In diesem Jahr soll nur alles vorbereitet werden.

Ziel sei es, dass später jede Wehr drei Sätze Schläuche – einen Satz im Auto, einen als Reserve im Depot und einen im Lager – vorhalten kann. Ein Kamerad oder ein Mitarbeiter der Gemeinde bringe die gebrauchten Schläuche zum FTZ und hole sie nach der Reinigung wieder ab. Man müsse schauen, was die einzelnen Ortswehren an Schlauchmaterial beisteuern und in welchem Maß die Gemeinde je nach finanziellen Möglichkeiten investieren kann und muss – in Regale für das anvisierte Lager und Reserve-Schläuche. Drei Sätze, weil es sein kann, dass mehrere Brände hintereinander folgen oder Großeinsätze sind oder lange Schlauchstrecken gelegt werden müssen, erklärt der Gemeindewehrleiter und merkt an: „Immer nach dem Motto: Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz. Deshalb muss das Fahrzeug gleich neu bestückt werden können.“ Somit seien die Wehren dann immer ausreichend ausgestattet.