182 Anmeldungen zählte das Büro des Oberbürgermeisters / Gastredner und Landrat sagen ab 3. Neujahrsempfang: Rückblick, Ausblick und auch eine Portion Lokalpatriotismus
Wohl nicht nur wegen der Neugierde darauf, was der Oberbürgermeister und der angekündigte Präsident des Statistischen Landesamts zu sagen haben, sondern eher getrieben vom Wunsch nach Gesprächen und Geselligkeit, fanden am Donnerstagabend zahlreiche Staßfurter und ihre Gäste den Weg zum Neujahrsempfang der Stadt.
Staßfurt l 182 Anmeldungen hatte das Büro des OB im Vorfeld gezählt, elf mehr als beim 2. Neujahrsempfang vor einem Jahr. Es klebten aber noch einige frisch geschriebene Namensschildchen am Revers kurz-entschlossener Gäste, als sie Oberbürgermeister René Zok per Handschlag im Salzlandtheater begrüßte. Es ist die Besonderheit des Staßfurter Empfangs, dass nicht nur geladene Gäste gern gesehen sind.
Schließlich bestätigten Teilnehmer, dass sie hauptsächlich die lockere Atmosphäre hier schätzen, die Möglichkeit der Gespräche, des Wiedersehens und auch des Kontakteknüpfens. Einen "Ausdruck der Zusammengehörigkeit", nannte es der Staßfurter Hans-Joachim Kollath.
Da tat es auch der Stimmung keinen Abbruch, dass der angekündigte Präsident des Statistischen Landesamts Manfred Scherschinski am Morgen krankheitshalber absagen musste. Oberbürgermeister René Zok blieb somit etwas länger Redezeit als die geplante. Was er aber nicht strapazierte.
"Unsere Kommunal- politiker sind am Ball, dem demografischen Wandel etwas entgegenzusetzen."
Oberbürgermeister René Zok
Landrat Ulrich Gerstner konnte der Redner zwar nicht begrüßen, dafür den Bürgermeister von Lehrte Klaus Sidortschuk und weitere Vertreter der niedersächsischen Partnerstadt, die Ortsbürgermeister von Förderstedt, Hohenerxleben, Löderburg und Rathmannsdorf, zahlreiche Stadträte, Vertreter von Firmen, Einrichtungen, Vereinen und Bürger. Zok sah darin auch einen Beweis gewisser Verbundenheit mit der Stadt.
Seinen Bericht 2012 begann Zok mit der Geburt von Drillingen in Förderstedt. "Unsere Kommunalpolitiker sind am Ball, dem demografischen Wandel etwas entgegenzusetzen", blickte er augenzwinkernd auf Stadträtin und Mutter Melanie Medau-Heine.
Ein zweiter Höhepunkt sei der erfolgreich zu Ende geführte Kampf um das Staßfurter Krankenhaus gewesen. Er könne allen nicht genug danken, die dazu beigetragen haben - von der Arbeitsgruppe Klinik bis zu jedem einzelnen Bürger, der die Aktionen unterstützte.
Der erste Freiluft-Gottesdienst auf den Grundmauern des einstigen Staßfurter Wahrzeichens, der St.-Johannis-Kirche, fand in seinem Rückblick ebenso Erwähnung wie die wichtigsten Investitionen der Stadt im Wert von insgesamt vier Millionen Euro. Unter anderem im sechsstelligen Euro-Bereich: Anbindung/Ausbau Schäfereiberg/Wasserstraße, die Stadtbadstraße in Staßfurt, die Schnittstelle Bus/Bahn in Förderstedt, die Gaensefurther Straße in Löderburg. Auch etwas kleinere Vorhaben, wohl aber nicht minder wichtig, waren: die Sanierung des Laubengangs/der Heizung Friedhofskapelle Hecklinger Straße, die Ausstattung der Spielplätze in Glöthe und Üllnitz. 2012 begonnen, aber noch im Bau sind: die Straße Plan in Neundorf, die Alte Zwingerstraße in Staßfurt, Wächterplatz/Stadtmauer mit Anbindung an den Bode-Radweg, der Ausbau der Krummen Straße, die Umgestaltung des Kirchplatzes in Leopoldshall.
Der Wirtschaftsförderung attestierte der Oberbürgermeister die Präsentation der Stadt auf Messen und Veranstaltungen wie beim Sachsen-Anhalt-Tag, der Messe Freizeit und Caravaning, beim Tag der Gesundheit im Bfw und beim Eisenbahnerfest in Staßfurt.
In Arbeit seien die Ansiedlung des Autohofs Brumby mit Tankstelle und Schnellrestaurant. Auch am Bau einer Biogasanlage ist die Stadt nachwievor interessiert.
Als vollen Erfolg bezeichnete René Zok den Berufsorientierungstag im Salzlandcenter mit 45 Messeständen und weit über 900 Schülern.
Auch das 32. Salzlandfest sei wieder gelungen gewesen mit fünf Bühnen, 250 Gewerbetreibenden, Künstlern, Kulturgruppen und Vereinen. Als krönenden Abschluss hob er die leuchtenden Fontänen der FFW Soltau hervor, was von Kameraden aus Staßfurt, Hecklingen und Egeln Unterstützung fand.
"In diesem Jahr werden Kelten und Germanen ihre Zelte im Kaligarten aufschlagen", blickte Zok voraus und kündigte zur MDR-Party die Puhdys an. Auch in der Hoffnung auf erneut fließende Sponsorengelder, auf die die Stadt als Veranstalter unbedingt angewiesen sei. Die betrugen im vergangenen Jahr übrigens 62 600 Euro und halfen der Kinder- und Jugendarbeit (25 500 Euro), dem Kultur- und Gleichstellungsbereich (26 200) und dem Feuer-, Arbeits-, Katastrophen- und Zivilschutz (10 900 Euro). Der OB nannte voller Dankbarkeit ortsansässige größere und mittelständische Unternehmen.
Das STARK-III-Programm mit einer Investitionssumme von 3,8 Millionen Euro für die Uhlandschule Staßfurt, die Kitas Zwergenland Löderburg und Benjamin Blümchen Förderstedt werden die Stadt 2013 beschäftigen, hofft der Redner, auch wenn die Fördermittel noch ausstehen würden. Und er blickte bis 2014 voraus, wo es an das Gemeinschaftsprojekt Schulstandort Staßfurt-Nord einschließlich neuer Sporthalle gehen sollte. In diesem Jahr stehen noch die Bodebrückenbauten Steinstraße und Richtung Gaensefurth auf der Liste.
Drei kulturelle Höhepunkte nannte er noch mit der Staßfurt-Show am 10. März im Salzlandtheater, dem 110. Geburtstag der Feuerwehr Neundorf und der MDR-Sommertour.
Schließlich eröffnete der Oberbürgermeister das Buffet, wofür sich Mitarbeiter und Lehrlinge vom Bfw Sachsen-Anhalt Staßfurt und vom BBRZ Rathmannsdorf-Aschersleben ins Zeug geworfen hatten.