Fischbestand

Bald Lachse in der Bode bei Egeln-Nord?

Mit der Bode bei Egeln-Nord und dem dortigen Wehr haben sich Studenten der Fachhochschule Magdeburg-Stendal bei einem Termin vor Ort intensiv beschäftigt. Unterstützt wurde das Projekt von der Interessengemeinschaft Bodelachs aus Neindorf (Stadt Oschersleben).

Von René Kiel
Am Bodewehr Egeln-Nord fischten Studenten der Fachhochschule Magdeburg Stendal.
Am Bodewehr Egeln-Nord fischten Studenten der Fachhochschule Magdeburg Stendal. Foto: René Kiel

Egeln-Nord - Mit den Studenten waren der Professor für Gewässer- und Renaturierungsökologie, Volker Lüderitz, die Professorin für Internationale Wasserwirtschaft und Leiterin des Masterstudiengangs „Ingenieurökologie“, Petra Schneider, sowie der Professor für Wasserbau und Profilvermessung, Bernd Ettmer, zur Untersuchung der Bode und des Wehrs nach Egeln-Nord gekommen.

„Der Studiengang Ingenieurökologie der Fachhochschule Magdeburg-Stendal arbeitet an der Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Bode“, erklärte Professor Lüderitz. Man erarbeite für verschiedene Standorte Konzepte, wie das Gewässer für Fische und andere Tiere wieder besser passierbar sein könnte. Dazu müssen die Studenten Planungen ausarbeiten, die auf einer detaillierten Erfassung und Vermessung beruhen. Das ist der Part von Professor Ettmer. Er und seine Studenten nahmen eine Vermessung des Gewässers und des Bodewehrs vor. Parallel dazu führte die Gruppe von Professor Lüderitz eine Elektrobefischung durch. Das heißt, sie schauten, welche Fische dort vorhanden sind und führten dann eine fischökologische Bewertung mit einer Defizitanalyse durch, was besser werden könnte und was man machen muss, damit es den Fischen im Gewässer besser geht. Darüber hinaus erfolgte auch noch eine Strukturerfassung, in dem die Studenten die gesamte Struktur des Gewässers, die Ufer, den Grund und das Umfeld kartierten. Und sie erfassten auch noch kleine Organismen, wie zum Beispiel wirbellose Tiere, die vor allem als Nahrungsmittel für die Fische dienen.

Über 20 Fischarten wieder

Auf den derzeitigen Fischbestand in der Bode angesprochen, sagte Professor Lüderitz: „Wir haben im letzten Jahr etwas oberhalb in Hadmersleben unter anderem gefunden: Quappen, Forellen, Barsche, Elritzen, Bachschmerlen und Steinbeißer. Es sollen aber auch Waben und Nasen drin sein. Die haben wir aber noch nicht gefangen." Von der Qualität her sei die Bode inzwischen wieder gut. Zu DDR-Zeiten habe es in diesem Fluss vielleicht noch fünf bis sechs Fischarten gegeben. Heute seien es weit über 20, die man nachgewiesen habe, natürlich nicht in jedem Abschnitt. Für den Standort Egeln-Nord müsse man das noch prüfen, sagte der Professor.

Die Ergebnisse der Untersuchungen in Egeln-Nord werden von den Studenten aufgenommen und fließen innerhalb des nächsten Vierteljahres in einen Projektbericht ein.

„Ziel der Übung ist es, dass in Zukunft auch die Durchgängigkeit für den Lachs wieder hergestellt wird. Er kann aufgrund der vielen Wehre hier noch nicht wandern“, so Lüderitz. Damit beschäftigt sich auch die Interessengemeinschaft Bodelachse aus Oschersleben, die mit der Fachhochschule Magdeburg-Stendal seit Jahren eng zusammen arbeitet.

23 Querverbauungen im Weg

„Wir kämpfen für die Durchgängigkeit der Bode im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, damit der Lachs wieder aufsteigen kann“, sagte Gerhard Kleve von der IG Bodelachs und fügte hinzu: „Die Wissenschaft hat festgestellt, dass das Potenzial, das die Bode beinhaltet, enorm ist. Es können 900 Leichfische hier in der Bode aufsteigen und ableichen. Wir haben kein Problem, dass sie die Jungen aufziehen und wieder abwärts wandern. Das setzt voraus, dass man von der Elbe über die Saale in die Bode kommt. Das geht aber nicht, weil 23 Querverbauungen das verhindern.“

Die Interessengemeinschaft geht der gesamte Prozess zu langsam. Sie ist deshalb dafür, dass die Wehre entfernt werden. Unterstützung für ihre Pläne für eine bessere Durchlässigkeit der Bolde erhofft sie sich auch von der Wissenschaft.