Einwohnerzahlen Das große Ranking der Staßfurter Ortsteile
Gemessen an eigenen Statistiken hat Staßfurt wieder mal weniger Einwohner – aber große Pläne. Als Salzstadt will man nun mehr Menschen für die Bode-Lage begeistern.

Staßfurt - Kurz nachdem 1852 die ersten Kalischächte der Welt in Staßfurt entstanden, zählte man Historikern nach 2.405 Einwohner. Nach eineinhalb Jahrzehnten, 1865, erreichte man die Fünfstelligkeit. Heutzutage leben auf der Gesamtfläche des neuen Salzstadt-Gebiets – 146,67 Quadratkilometer – über 20.000 Einwohner. Den jüngsten Zahlen der Stadt zufolge sind es einmal mehr weniger. 24.674 im Jahr 2023, 24.371 in 2024, nun 24.120 – ein Minus von 251. An den im Internet kursierenden Angaben gemessen, erfreut man sich indes an 939 Einwohnern mehr als vor einem Jahr. Staßfurts Ortsteile im Ranking.
1. Einwohnerzahlen besser als gedacht?
Die Internet-Daten basieren auf der Akte 12411-0001 des Statistischen Landesamts – bis dato sind die Zahlen dort für den Zeitraum 1964 bis 2024 einzusehen. Die Abweichungen des Bevölkerungsstands seitens Kommunen und Land gründen auf Kriterien der Erfassung, Stichwort Mikrozensus. Als Gründe gelten zumeist (noch) nicht registrierte Zu- oder Fortzüge, insbesondere ausländischer Bürger, sowie Unterschiede der Be-/Hochrechnung und Veröffentlichung.
Auf der Grundlage der neuen Zahlen der Kommune beträgt die Bevölkerungsdichte zum Start der neuen Salzstadt 164,45 Einwohner pro Quadratkilometer. „Staßfurt hat in den letzten Jahren einiges unternommen, um unsere Stadt attraktiv zu halten und neuen Zuzug zu generieren“, sagt Bürgermeister René Zok. Man habe zweifelsohne das Potenzial, auch ein lebenswerter und wachsender Ort zu bleiben. „Wir werden auch weiterhin alles daran setzen, diesen Trend zu unterstützen.“
2. Eine alternde Stadt – und die Infrastruktur
Am ältesten ist Löbnitz – mit einem derzeitigen Durchschnittsalter von 62,8 Jahren. Als am jüngsten gilt Brumby – mit 48,7 Jahren. Das insgesamt recht hoch ausfallende Alter der Staßfurter, in der Gesamtrechnung 49,7 Jahre, stellt besondere Herausforderungen. Ein zentraler Bestandteil der Strategie sei die Schaffung beziehungsweise Sicherung einer funktionierenden Infrastruktur, erläutert Zok. „Ein weiteres wichtiges Anliegen der Stadt ist die Verbesserung der Daseinsvorsorge, wozu auch die Ansiedlung von Fachärzten gehört.“
Wichtig sei, alle Akteure an einen Tisch zu bringen. Das betreffe etwa die Förderung von Arbeitsplätzen oder die Gestaltung von Wohnraum. „Die Stadt investiert in eine Vielzahl von Projekten, die sowohl für die Lebensqualität unserer Bürger als auch für potenzielle Neubürger von entscheidender Bedeutung sind.“
3. Geburtenzahlen und Sterbefälle
Die Geburten- und Sterbestatistik Staßfurts weist für die Kernstadt zurzeit eine Differenz von minus 205 auf – bei 60 Geburten und 265 Sterbefällen.
Stichwort Nachwuchssorgen: In Mittelstädten – Städte mit rund 25.000 Einwohnern – liegen die Geburtenzahlen im Bundesschnitt bei rund 250 Kindern pro Jahr. Die Zahlen variieren allerdings stark, abhängig von Alters- und anderen Strukturen. Die allgemeine Geburtenrate in Deutschland liegt seit eineinhalb Jahrzehnten bei rund eineinhalb Kindern pro Frau.
Stichwort Sterbefälle: Demgegenüber sterben dem Statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland jedes Jahr recht konstant rund eine Millionen Menschen (bei einer Bevölkerung von 83,5 Millionen). Das entspricht einer bundesweiten Rate von circa zwölf Personen pro 1.000 Einwohner – und 300 in der prototypischen 25.000-Einwohner-Stadt.
Bürgermeister Zok: „Wir haben bereits in Schulen und Kitas investiert, die nun ein modernes und zukunftsfähiges Bildungsangebot für unsere Kinder bieten und dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen und junge Familien zu gewinnen.“
4. Neubürger für die neue Salzstadt?
Allen voran die Kernstadt (plus 29 Einwohner), aber auch Neundorf (plus 16), Förderstedt (8), Löbnitz (7), Neu-Staßfurt (4) und Rathmannsdorf (7) verzeichnen mehr Hinzu- als Weggezogene. In Rathmannsdorf etwa schreite der Neubau von Feuerwehrhäusern voran, sagt René Zok. Hoffnungen liegen auf Löderburg – aktuell minus 18 Einwohner. „Dort haben wir die Sporthalle wiedereröffnet, was die Freizeitmöglichkeiten für unsere Bürger weiter verbessert.“

Rangliste: Einwohner
1. Staßfurt (Kern): 13.863 Einwohner
2. Löderburg: 2.161
3. Neundorf: 1.887
4. Förderstedt: 1.687
5. Atzendorf: 1.219
6. Brumby: 842
7. Hohenerxleben: 685
8. Glöthe: 534
9. Rathmannsdorf: 524
10. Üllnitz: 253
11. Löbnitz: 192
12. Athensleben: 119
13. Neu-Staßfurt: 98
14. Lust: 47
15. Rothenförde: 9
Staßfurt (gesamt): 24.120
Staßfurt hat in den letzten Jahren einiges unternommen
René Zok, Bürgermeister
Rangliste: Altersdurchschnitt
1. Brumby: 48,7 Jahre
2. Neu-Staßfurt: 48,8
3. Lust: 48,9
4. Neundorf: 49
5. Staßfurt: 49,3
6. Atzendorf: 49,7
7. Athensleben: 50,5
8. Hohenerxleben: 50,8
9. Rothenförde: 51,2
10. Rathmannsdorf: 51,3
11. Löderburg: 52,6
12. Löbnitz: 62,8
In den ausgewählten Ortsteile ergibt sich insgesamt ein Altersschnitt von 49,7 Jahren.
Die Stadt investiert in eine Vielzahl von Projekten
René Zok, Bürgermeister
Zu- und Weggezogene
1. Staßfurt: 265 Zugezogene / 236 Weggezogene
2. Neundorf: 30 / 14
3. Förderstedt: 19 / 11
4. Brumby: 19 / 21
5. Löderburg: 15 / 33
6. Löbnitz: 12 / 5
7. Rathmannsdorf: 9 / 2
8. Neu-Staßfurt: 8 / 4
9. Atzendorf: 5 / 15
10. Hohenerxleben: 4 / 9
11. Glöthe: 3 / 13
12. Üllnitz: 0 / 3
13. Athensleben: 0 / 1
14. Lust: 0 / 0
14. Rothenförde: 0 / 0
Staßfurt (gesamt): 389 Zugezogene / 367 Weggezogene
Ein wichtiges Anliegen ist die Verbesserung der Daseinsvorsorge
René Zok, Bürgermeister
Geburten & Sterbefälle
Staßfurt: 60 Geburten / 265 Sterbefälle (-205)
Löderburg: 4 / 36 (-32)
Förderstedt: 4 / 23 (-19)
Neundorf: 7 / 17 (-10)
Atzendorf: 3 / 14 (-9)
Glöthe: 1 / 8 (-7)
Hohenerxleben: 2 / 8 (-6)
Brumby: 2 / 7 (-5)
Rathmannsdorf: 2 / 7 (-5)
Die Zahlen für 2025 und ausgewählte Ortsteile ermöglichen grobe Einschätzungen. Genauere Angaben erfordern weitere Abgleiche mit Melde-, Standes-, Landes- und Bundesämtern.
Quelle: Stadt Staßfurt