Bundestagsabgeordneter Jan Korte lobt Protestaktionen der Bürger gegen Klinik-Schließung

"Ich habe in keiner Region bisher einen solchen Widerstand wie in Staßfurt erlebt"

Von René Kiel 10.12.2011, 05:19

Der Bundestagsabgeordnete Jan Korte (Die Linke), der seit 2009 auch die Interessen der Bürger des Altkreises Staßfurt in Berlin vertritt, zog gestern eine positive Halbzeitbilanz.

Staßfurt l "Ich habe in keiner Region bisher einen solchen Widerstand wie in Staßfurt erlebt", sagte Korte in Anspielung auf die von der städtischen Klinik-Arbeitsgruppe gegen die Schließung des Krankenhauses initiierte Unterschriftensammlung und die Demo. "Der Wille der Menschen, aktiv zu werden, wenn es um die eigene Lebensqualität geht, hat mich beeindruckt", so der Politiker, der 2009 in Staßfurt mit 37 Prozent sein bestes Wahlergebnis verbuchen konnte.

Bei seinen vielen Besuchen in der alten Salzstadt sei ihm immer wieder angenehm aufgefallen, dass seine Bürgersprechstunden, die er zum Teil unter freiem Himmel auf dem Benneckschen Hof abhält, sehr stark frequentiert werden. "Viele Leute kommen gar nicht so mit speziellen Problemen, sondern um gemeinsam mit mir über die große Politik zu plauschen", sagte Korte und stellt dabei immer wieder fest: "Die Leute hier sind gut informiert und zeichnen sich durch eine große Diskutierfreude aus. Das zeigt, dass sie die Bundespolitik mit Interesse verfolgen."

"Sie formulieren ihre Kritik sehr offen. Das finde ich gut", sagte der Bundestagsabgeordnete. Seinen Worten zufolge sei er gerne bei den Vereinen und Verbänden in seinem Wahlkreis, um den Mitgliedern für ihre engagierte ehrenamtliche Arbeit Dank und Anerkennung aussprechen zu können. Aus den Gesprächen im Altkreis Staßfurt habe er etliche Anregungen mit in den Deutschen Bundestag nehmen können, sagte Korte. Beispielhaft nannte er die Kritik des Regionalverbandes der Kleingärtner Staßfurt, dass die Hobbygärtner GEZ-Gebühren zahlen sollen, ob sie öffentlich-rechtliche Rundfunk- oder Fernsehprogramme empfangen oder nicht. Ein weiteres Problem sei die Finanzierung des Rückbaus von leerstehenden Kleingartenparzellen.

"Außerdem habe ich aus eigenen Mitteln in diesem Zeitraum 6545 Euro gespendet."

Umgekehrt konnte der Bundestagsabgeordnete in den vergangenen zwei Jahren 800 Bürger aus seinem Wahlkreis, der zu den größten in ganz Deutschland gehört, im Parlament in Berlin begrüßen. "Einmalig in den sechs Jahren meiner Zeit als Bundestagsabgeordneter war für mich der Besuch des Staßfurter Frauentreffs ,Laura\', worunter sich auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Staßfurt, Christine Fischmann, befand", sagte Korte. Denn die Frauen hätten ihn in Berlin mit dem Steigerlied und einer Miniatur-Lore aus dem Staßfurter Kalibergbau begrüßt.

Der Bundestagsabgeordnete freut sich darüber, dass er in den vergangenen Jahren auch einigen Bürgern der Region Staßfurt bei ihren Problemen mit Hartz-IV-Bescheiden und in Rentenfragen ganz konkret helfen konnte. Dabei stand ihm die Rechtsanwältin der Bundestagsfraktion der Linken, Halina Wawzyniak, in mehreren Fällen hilfreich zur Seite.

Darüber hinaus griff er etlichen Vereinen und Organisationen mit Geldspenden unter die Arme. Allein aus dem Solidarfonds der Bundestagsfraktion, in die jedes Mitglied jeden Monat 200 Euro seiner Diäten einzahlt, habe er seit Ende 2009 in seinem Wahlkreis 5570 Euro für gemeinnützige und soziale Zwecke bereitstellen können. "Außerdem habe ich aus eigenen Mitteln in diesem Zeitraum 6545 Euro gespendet", sagte Korte. Das will er auch in Zukunft weiter praktizieren. "Wer einen Verein kennt, der Unterstützung benötigt oder selber an einem Projekt mitwirken will, kann sich telefonisch oder per E-Mail an eines meiner Wahlkreisbüros wenden. Wenn sie mir schreiben, welcher Betrag zu welchem Zweck benötigt wird, kann ich ihnen vielleicht weiter helfen", schrieb Korte in einer 32-seitigen Broschüre mit seiner Halbzeitbilanz, die in einer Auflage von 10 000 Exemplaren im Wahlkreis Anhalt, zu dem die Altkreise Bernburg und Staßfurt sowie der Kreis Anhalt-Bitterfeld gehören, verteilt werden soll.

Darin können sich Interessenten auch ausführlich darüber informieren, wie sich der vor kurzem in die Fraktionsspitze gewählte Abgeordnete bei der Abstimmung über den EU-Rettungsschirm und die Euro-Krise, zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Afghanistan sowie bei den Themen Hartz IV und Renten sowie der Rentenangleichung Ost- West verhalten hat.