Umfrage zu Konsolidierungsmaßnahmen / Einige haben Verständnis, andere eigene Vorschläge

"Irgendwoher muss das Geld ja kommen"

Von Franziska Richter

Was halten Bürger von den vorgeschlagenen Konsolidierungsmaßnahmen für die Stadt Staßfurt? Die Verwaltung schlägt die Erhöhung der Grundsteuer A und B, der Nutzungsentgelte für die Dorfgemeinschaftshäuser und der Garagenpacht vor, um Mehreinnahmen zu generieren.

Staßfurt l Was halten Sie von den Vorschlägen der Stadtverwaltung, um das Haushaltsloch zu stopfen? Wo würden Sie sparen, wären Sie Bürgermeister? Das fragte die Volksstimme gestern einige Passanten.

Die zweite Frage ist nicht leicht zu beantworten. Auch Kathleen Bahr aus Staßfurt weiß darauf keine Antwort, meint aber: "Zumindest müsste man anfangen, kein Geld für ,Quatsch\' auszugeben. Zum Beispiel das Vorhaben an der Stadtmauer macht keinen Sinn. Wir haben ja schon das Rondell, das ist mir Denkmal genug. Und warum muss die alte Bodebrücke abgerissen werden? Man hätte sie ja als Fußgängerbrücke stehen lassen können?"

Axel Quednow aus Staßfurt hat Verständnis für die Verwaltung. "Sie wird schon ihre Gründe haben. In Staßfurt ist es schwierig. Wo soll denn das Geld auch herkommen? Das Gewerbe ist ja weggebrochen", sagt er. "Alles wird teurer. Das ist der Lauf der Zeit. Aber das ist alles der Politik geschuldet. Wir machen keine Deutschlandpolitik mehr, sondern eine Europapolitik."

Anita Treffehn aus Staßfurt ist eine der Bürgerinnen, die der aktuelle Streit um die Garagen betrifft. Über die Steuererhöhung regt sie sich auf. "Ich finde das allerhand. Wir bezahlen jetzt schon 80 Euro für unsere Garage, dann wurden wir enteignet und sollen nächstes Jahr auch noch mehr zahlen", sagt sie. "Man sollte lieber an anderen Dingen sparen. Zum Beispiel die Segways, die das Ordnungsamt bekommen hat - die waren doch auch teuer. Musste das sein?"

Die Anhebung der Steuerhebesätze findet Walter Strauß völlig in Ordnung. "Ich bin ursprünglich aus Haldensleben und wohne jetzt in Staßfurt. Die Steuerhebesätze sind hier zu niedrig. Wenn der Haushalt ausgeglichen werden soll, muss die Stadt sparen. Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Fassen Sie mal einem nackten Mann in die Tasche", meint er. "Die Stadt braucht Geld für ihre freiwilligen Leistungen. Sportplätze, Schwimmbäder - für das alles braucht man Geld. Die Staßfurter sollten mal über die Grenzen ihrer Stadt hinausgucken", rät er jenen, die sich beschweren.

Anders sieht das Antje Anklam aus Staßfurt: "Ich finde die Steuererhöhung nicht in Ordnung, denn darunter zu leiden hat wieder der kleine Mann." Dasselbe meint Thomas Beyer aus Förderstedt. "Ich finde es nicht so positiv, dass das Sparen auf Kosten der kleinen Leute geschieht", sagt er. "Die Stadt hätte von vorn herein anders wirtschaften müssen. Aber an welcher anderen Stelle man sparen könnte, weiß ich nicht. Ich kenne ja auch nicht die Einnahmen und Ausgaben der Stadt."