Auszeichnung

Landesentwicklungsminister Thomas Webel zeichnet Verein aus Schneidlingen mit Demografiepreis aus

Den symbolischen Scheck und einen Pokal hat Landesentwicklungsminister Thomas Webel (CDU) persönlich in Schneidlingen vorbeigebracht. Damit gratulierte er dem Verein „Hecklingen – gemeinsam Zukunft gestalten“ zum Demografiepreis Sachsen-Anhalt für 2020.

Von René Kiel
Jung und Alt beteiligten sich an den Arbeitseinsätzen, wie Lothar Zimmermann und Lennard Knabe.
Jung und Alt beteiligten sich an den Arbeitseinsätzen, wie Lothar Zimmermann und Lennard Knabe. Archivfoto: Martin Zimmermann

Hecklingen/Schneidlingen - „Ich habe mich davon überzeugt, dass sie etwas Positives bewegt haben“, sagte Landesentwicklungsminister Thomas Webel bei der feierlichen Übergabe des Demografiepreises Sachsen-Anhalt für 2020 im kleinen Rahmen im Feuerwehrgerätehaus in Schneidlingen an den Vorsitzenden des Vereins „Hecklingen – gemeinsam Zukunft gestalten“, Marco Berger und dessen Stellvertreter, Ortsbürgermeister Martin Zimmermann.

Dem aktiven ehrenamtlichen Engagement für kommunale Projekte der Hecklinger hatte die prominent besetzte Jury in der Kategorie „Bewegen – Perspektiven für Jung & Alt“ den ersten Platz zuerkannt. Er ist mit einem Preisgeld von 1500 Euro dotiert. 

„Ich bin gern nach Schneidlingen gekommen, um den Preis persönlich überreichen zu können“, sagte der CDU-Politiker, dessen Ministerium den Wettbewerb ausschreibt.

Für den Demografiepreis Sachsen-Anhalt 2020 hatten sich insgesamt 189 Vereine und Initiativen beworben. Davon wurden elf Preisträger von einer Jury auserkoren. Neun Demografiepreise wurden für Projekte in den drei Wettbewerbskategorien „Bewegen – Perspektiven für Jung & Alt“, „Aufbauen – Nachwuchs fördern & Fachkräfte sichern“ sowie „Anpacken – Lebensfreude in Stadt & Land“ verliehen. Sie sind mit insgesamt 9900 Euro aus dem Landeshaushalt dotiert. Hinzu kommen zwei von Sponsoren bereitgestellte Sonderpreise mit insgesamt 2500 Euro. Er wohne selbst in einem kleinen Ort mit rund 700 Einwohnern und wisse daher aus eigener Erfahrung, wie wichtig das gemeinschaftliche Engagement ist, sagte der Minister und dankte dem Vereinsvorstand für dessen Aktivitäten. Es liege an den Akteuren vor Ort, ob die Menschen in ihrem Heimatort bleiben oder woanders hinziehen, so Webel.

„Mit dem verwilderten Park hat bei uns alles angefangen“, berichtete Martin Zimmermann dem Minister und spielte ihm mit einem Beamer einen kleinen Film vor, der anschaulich verdeutlicht, wie sich der Park durch den Einsatz der Schneidlinger zum Positiven verändert hat.

„Ich bin megastolz, was wir da geschafft haben und dass die Leute zu den Arbeitseinsätzen gekommen waren“, sagte der Ortsbürgermeister. Er konnte den Minister im Anschluss trotz des Regenwetters zu einem kleinen Spaziergang durch den schönen Park hinter der Wasserburg überreden.

Nach dem Park seien der Reihe nach weitere Projekte gefolgt, sagte Zimmermann.

Wir freuen uns, dass wir auch in Zukunft mit dem Mehrgenerationenhaus anknüpfen können an den Erfolg.

Vereinschef Marco Berger

„Jetzt wollen wir das Thema Mehrgenerationenhaus angehen“, sagte Vereinschef Marco Berger unter Hinweis auf die Pläne für die Nutzung der ehemaligen Schneidlinger Grundschule, die zu einem Treffpunkt für Jung und Alt im Dorf werden soll. Er freut sich wahnsinnig über den Erfolg des noch jungen Vereins und auch über die Unterstützung vom Land.

„Wir freuen uns, dass wir auch in Zukunft mit dem Mehrgenerationenhaus anknüpfen können an den Erfolg. Ganz besonders stolz sind wir auf unseren Verein, wie er wächst und auf unsere 26 Mitglieder in allen Ortsteilen, die so fleißig sind, wie Andrea Welke zum Beispiel oder Erik Borchert als Schatzmeister. Da passiert ja so viel im Hintergrund. Das sieht man manchmal gar nicht in den Aktionen, die wir machen. Dazu gehört auch das Administrative, die Förderanträge und Verwendungsnachweise und die gesamte Bürokratie“, sagte Marco Berger.

In der Gesprächsrunde äußerte sich Webel enttäuscht darüber, dass der Bund den Wunsch des Landes Sachsen-Anhalt zum Bau einer Ortsumgehung für Schneidlingen nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 aufgenommen hat.

Vom Ortsbürgermeister nach den Möglichkeiten für die Verkehrsüberwachung mit einem stationären Blitzgerät auf der Ortsdurchfahrt der viel befahrenen Bundesstraße 180 angesprochen, weil sich dort viele Kraftfahrer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, empfahl der Minister einen entsprechenden Antrag bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Salzlandkreises zu stellen.

Positiv bewertete Thomas Webel das Ansinnen des Ortschaftsrates Schneidlingen, den schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzten Bahndamm von Schneidlingen in Richtung Cochstedt für den Bau eines neuen und sicheren Radweges zwischen beiden Ortsteilen zu nutzen.

Landesentwicklungsminister Thomas Webel mit Vereinschef Marco Berger, dessen Stellvertreter Martin Zimmermann, Beisitzerin Andrea Wilke und Schatzmeister Erik Borchert (von links).
Landesentwicklungsminister Thomas Webel mit Vereinschef Marco Berger, dessen Stellvertreter Martin Zimmermann, Beisitzerin Andrea Wilke und Schatzmeister Erik Borchert (von links).
Foto: René Kiel