Wohnraum

Lebenshilfe findet neuen Bauplatz in Egeln

Die Lebenshilfe „Bördeland“ hält an ihrem geplanten Investitionsvorhaben in Egeln fest. Geändert hat sich für den Millionen-Neubau aber der Standort.

Von René Kiel
Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Labudde (links) , Bereichsleiter René Wullstein (rechts) und Planer Uwe Sontach besichtigten gestern die ehemalige Gärtnerei in Egeln-Nord.
Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Labudde (links) , Bereichsleiter René Wullstein (rechts) und Planer Uwe Sontach besichtigten gestern die ehemalige Gärtnerei in Egeln-Nord. Foto: René Kiel

Egeln-Nord - Nachdem sich der ursprünglich in Erwägung gezogene Standort für den geplanten Neubau der Lebenshilfe am Amtsdamm in Egeln vom Untergrund her als ungeeignet herausgestellt hat, hat das Unternehmen einen neuen geeigneten Bauplatz in Egeln-Nord gefunden – und bereits gekauft. „Dabei handelt es sich um das über 10.000 Quadratmeter große Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Hellwig in der Wolmirslebener Straße 1“, sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Labudde.

Dort soll das Projekt in angepasster Form umgesetzt werden, das auch schon in der Egelner Innenstadt in Vorbereitung war. Vorgesehen sind ein zweigeschossiger Neubaukomplex mit 32 Wohneinheiten und einer Fläche von 2000 Quadratmetern sowie mit zwei Fahrstühlen.

Speisesaal und Therapieräume

Daneben ist eine 800 Quadratmeter große eingeschossige Tagesförderung mit Speisesaal und Therapieräumen geplant. Zudem sollen dort Büros und Schlafräume für die Mitarbeiter geschaffen werden, die dort die Tages- und Nachtbetreuung der Bewohner übernehmen. Letztere erhalten Appartements, die 45 Quadratmeter groß sind und über einen kleinen Balkon und ein Bad verfügen werden. Das hatte der Planer der Lebenshilfe, Uwe Sontach, bei der Vorstellung des Projektes im Mai 2020 im Stadtrat berichtet. „Von der Kubatur und dem Zusammenschnitt des Gebäudes würde das gut hinpassen, was wir in Egeln auch schon entwickelt hatten“, sagte Labudde gestern Vormittag bei einem Vor-Ort-Termin in Egeln-Nord. Die Investitionssumme gab er mit mehr als eine Million Euro an. Das Grundstück sei bereits vermessen worden.

„Momentan sind wir in der Abstimmung des Gebäudes und der Nutzungseinheiten mit dem Planer und mit unseren Kostenträgern. Jetzt beginnen die Gespräche mit den Kostenträgern wie wir das refinanzieren können und ob es eine Genehmigung für dieses Objekt gibt“, sagte Labudde der Volksstimme. Dann müsse der alte Gebäudebestand, wie zum Beispiel die alten Gewächshäuser, abgerissen werden. Den Baustart hält der Lebenshilfe-Chef in einem Jahr für realistisch, wenn alles planmäßig läuft. Die Bauzeit werde dann rund ein Jahr in Anspruch nehmen. „2024 könnte hier eine Bewirtschaftung stattfinden“, schätzt Uwe Sontach.

Diese Investition wird notwendig, weil einige Bewohner der Wohneinrichtung der Lebenshilfe in Egeln-Nord, die sich inzwischen im Rentenalter befinden und über Pflegegrade verfügen, die zu ihren Wohnungen im zweiten Stock führende Wendeltreppe nicht mehr hochkommen. Deshalb sei er vom dortigen Bewohnerbeirat schon 2016 und 2017 aufgefordert worden, neue altersgerechte und barrierefreie Wohnungen zu schaffen, hatte Labudde den Egelner Stadträten erklärt.

Von der Kubatur und dem Zusammenschnitt des Gebäudes würde das gut hinpassen, was wir in Egeln auch schon entwickelt hatten.

In Egeln-Nord, wo die Lebenshilfe ihre älteste Wohnanlage für behinderte Menschen im Stil eines Einfamilienhauses betreibt, müssen sich zwei Erwachsene ein Zimmer teilen. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Küchen. Das alte Gebäude will die Lebenshilfe nach dem Umzug in den Neubau weiter nutzen, hieß es.

Die für einen Neubau zuerst ins Auge gefasste Wiese am Teehaus in Egeln-Nord habe man als Standort verwerfen müssen, weil ihn die Untere Wasserbehörde des Salzlandkreises als Hochwassergebiet bezeichnet hatte, sagte Uwe Sontach.

„Dadurch konnten wir das Objekt dort beerdigen“, ergänzte der Lebenshilfe-Chef.