Lage in Cochstedt hat sich entspannt / In Schneidlingen nicht: Ursachenanalyse für 2013 geplant

Probleme mit Grundwasser: Großflächig angelegte Studie soll Gründe aufdecken

Von Nora Stuhr

Waren die Grundwasserprobleme in Cochstedt im letzten Jahr akut, hat sich die Lage in dem kleinen Hakelort mittlerweile entspannt. Dafür bereiten Vernässungen im benachbarten Schneidlingen Sorge. Mit einer großflächig angelegte Analyse will die Stadt Hecklingen den Ursachen 2013 auf den Grund gehen.

Schneidlingen/Cochstedt/Hecklingen l Probleme mit Grundwasser sind in Schneidlingen nicht erst seit gestern Thema. "Immer schon, über viele Jahre", erklärt Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann (FDP) hätten Anwohnern in Häusern mehrere Straßen mit Wasser in Kellern zu kämpfen gehabt. Als Beispiele nennt sie Häuser in der Heinrich-Heine-Straße oder der Cochstedter Straße. Mit der Zeit sei die Situation immer schlimmer geworden. Akut sei die Lage derzeit auf dem Sportplatz, so Engelmann. Schwer betroffen, sagt sie, ist das Gebäude, in dem sich der Speisebetrieb "König" befindet. Rund um den Saal in einer Parkanlage sei der Boden aufgeweicht. Früher sei das Grundwasser aber nicht zum Grundstück vorgedrungen. Mittlerweile ist das anders. Der Ortsbürgermeisterin nach hat es sich seinen Weg zum Gebäude gesucht, schildert sie den Ernst der Lage.

Auch weil nicht klar sei, warum es zu dem Anstieg kommt. Umso wichtiger stuft die Stadtratsvorsitzende ein großflächig angelegtes Gutachten ein, das die Stadt Hecklingen in Auftrag geben will. Voraussichtlich im Frühjahr 2013 soll eine Gesamtanalyse erstellt werden. Geld hierfür soll aus dem Zuschuss einer Förderung kommen, die die Stadt beim Land beantragt hat. "Die Analyse soll sagen, wo das Wasser herkommt und wie es in extremen Situationen kontrolliert ablaufen kann. Insgesamt soll die Vernässungssituation großflächig untersucht werden", erklärt die Leiterin des Bau- und Ordnungsamtes der Stadt Hecklingen Sigrid Bleile das Ansinnen der Studie.

Auch die Hoffnungen vieler Cochstedter ruhen auf den Ergebnissen der Untersuchung und daraus resultierenden Handlungsempfehlungen. Anwohner Gerold Becher, dessen Grundstück 2011 als eines von vielen Häusern im Hakelort von Vernässungen betroffen war, schildert seine Erwartungen: "Von dem Gesamtgutachten versprechen wir uns, dass Möglichkeiten geschaffen werden, dass das Wasser von den Grundstücken ablaufen kann." Zudem findet er es wichtig, zu schauen, wie die Grundwassersituation sich im Ort gestaltet.

Darauf aufbauend müsste ein System entwickelt werden, das Abhilfe schafft. Denn derzeit stelle sich für die Bürger als Laien die Frage, ob die Tiefe des Goldbaches ausreicht, um das Wasser abfließen zu lassen, oder ob Drainagerohre zusätzlich nötig sind, wenn es wieder zu einer Ausnahmesituation wie 2011 kommen würde.

Wasserregulierungsanlage soll auf Goethplatz 2013 entstehen

Damals sprudelten Quellen aus dem Boden. Das Wasser konnte nicht abfließen. Der Boden war vielerorts aufgeweicht und vernässt. Etliche Haushalte hatten Wasser in Kellern oder Quellen vor der Haustür. Besonders akut gestaltete sich die Lage rund um den Goetheplatz. Im Ergebnis war von den Stadtvätern auf Anraten von Experten entschieden worden, dort eine Wasserregulierungsanlage für einen besseren Abfluss entstehen zu lassen. Auch hierfür hat die Stadt Hecklingen einen finanziellen Zuschuss beantragt. "Wir warten derzeit auf den Fördermittelbescheid", teilte Hauptamtsleiterin Heike Ursel-Weishaupt auf Nachfrage zum derzeitigen Stand mit. Start der Maßnahme, die auch einen grundhaften Ausbau der Straße vorsieht, soll dann 2013 sein.