Coronavirus

Stadt Hecklingen ruft über 200 Senioren wegen Corona-Impfung an

Eine Corona-Impfung. dpa

Hecklingen (ntu)

Nachdem ein Schreiben des Bürgermeisters der Stadt Hecklingen Uwe Epperlein (Wählergemeinschaft Hecklingen/WGH) an alle Ü-80-Jährigen in der Stadt Hecklingen im März für Wirbel gesorgt hat, kehrt langsam wieder Ruhe ein. Der Rathauschef hatte über 500 Bürger gefragt, ob sie sich gegen Corona impfen lassen möchten und ein Antwortschreiben beigelegt, das ausgefüllt im Rathaus bis zu einer bestimmten Frist abgegeben werden sollte. Ältere Menschen waren verunsichert, weil viele davon ausgegangen waren, dass sich die Stadt für sie um einen Termin bemüht. Dieses Angebot war in dem Schreiben aber noch nicht unterbreitet worden.

In der vergangenen Woche und nach Ostern klingelte sich das Telefon der Verwaltung heiß. Der Bürgermeister, mittlerweile selbst an Corona erkrankt, war nicht da.

Jetzt hat sich die Lage entspannt. Die Stellvertreterin von Uwe Epperlein ist Marion Strecker. Sie konnte der Volksstimme am Dienstag auf Nachfrage mitteilen, dass mit Unterstützung der Ortsbürgermeister jetzt noch einmal alle Bürger angerufen wurden, die per Antwortschreiben mitgeteilt hatten, dass sie eine Impfung wünschen.

„227 Leute haben das Kontaktformular zurückgeschickt“, informierte Strecker. Es ist davon auszugehen, dass der Rest der 500 angeschrieben Leute entweder schon einen Termin hatte, schon geimpft war - wie etwa Ü-80-Jährige in Heimen - oder keinen Termin wollte.

„Wir haben alle, die sich zurückgemeldet haben, noch einmal angerufen und gefragt, ob sie schon einen Impftermin haben, ob er vorgesehen ist und wer die Unterstützung der Stadt Hecklingen benötigt“, so amtierende Rathauschefin. Alle 227 Leute seien angefragt worden. Heute sind wir damit fertig geworden“, so Marion Strecker am Dienstagnachmittag.

Positive Resonanz

Wie fällt das Ergebnis aus? Marion Strecker spricht von einem „positiven Echo“. Viele Bürger hätten sich gefreut, dass sich die Verwaltung bei ihnen gemeldet hat. „Für alle, die es gewünscht haben, haben wir uns auch bemüht, einen Impftermin zu bekommen.“ Mittlerweile sind nahezu alle „versorgt“. Am Ende blieben nur wenige übrig, die noch keinen Impftermin haben.

Dabei handelt es sich nach Auskunft der Stadt um fünf Personen. Zwei Betroffene könnten im Moment auch nicht geimpft werden, weil sie bereits erkrankt sind. Dann müsse ein halbes Jahr gewartet werden. Die anderen drei Leute seien bekannt. Für sie sei die Verwaltung dran, einen Impftermin zu organisieren, heißt es. „Wir haben beim Kreis nachgefragt und ich denke, dass wir in den nächsten Tagen auch für sie einen Termin erhalten“, schätzt die Amtsleiterin.

Marion Strecker richtet noch einmal ein Dankeschön an alle Beteiligten, mit denen die Stadt in den vergangenen Tagen zusammengearbeitet hat und die geholfen haben. „Ein großes Lob an den Mitarbeiter vom Landkreis und an das Impfzentrum“, sagte sie. Auch den vier Hausärzten in der Stadt Hecklingen möchte sie danken. „Sie haben mit ihren Patienten selbst Termine vereinbart und sie angerufen. Das ist klasse“, so Strecker. Und auch die Ortsbürgermeister wurden aktiv.

Allen voran Heidi Hoffmann (WGH) in Hecklingen. Sie hat bei 96 Leuten den Impfstatus erfragt. Für acht Senioren rief sie in der Hecklinger Arztpraxis an und ließ die Namen auf die Liste setzen. „Es waren wenige Bürger, die noch gar nicht versorgt waren, sie haben jetzt aber auch Termine.“ Heidi Hoffmann hat auch das Gefühl, dass die Leute sich gefreut haben, dass sich jemand um sie kümmert.

In der Stadt Hecklingen gibt es anders als beispielsweise in der Egelner Mulde kein Impfzentrum. Dafür wird in den Praxen der Hausärzte geimpft. Bürger können sich aber auch im Impfzentrum in Staßfurt behandeln lassen. „Die Lage entspannt sich und ich bin froh, dass wir als Stadt diesen Weg gegangen sind, denn natürlich möchten wir unsere Bürger in dieser schweren Zeit unterstützen“, sagt Marion Strecker.