Leitstelle

Ständig konzentriert im Einsatz

Unfälle, Brände, Notlagen. Als Teil einer Rettungskette müssen Leitstellen-Dispatcher in Sekunden Entscheidungen treffen, so wie in Staßfurt.

26.12.2019, 23:01

Staßfurt l Insgesamt rund 90.000 Sachverhalte jährlich haben die Mitarbeiter der Einsatzleitstelle des Salzlandkreises in Staßfurt zu bewältigen. Leitstellen-Dispatcher gehören zu den Ersten in einer Rettungskette, wo schnelle und präzise Entscheidungen gefragt sind, bei denen es letztendlich um Leben oder Tod gehen kann.

„Der Landkreis macht, was er kann“, kommt Landrat Markus Bauer auf die personelle und technische Ausstattung der Einsatzleitstelle zu sprechen, als er die Diensthabenden hier Heiligabend besucht, bevor seine eigene Familie ruft.

Dass Patienten nach Halberstadt gebracht werden müssen, weil in Aschersleben die Notaufnahme voll ist, liege nicht in der Hand des Landkreises. Es bleibt dieser Tage nicht aus, dass Ameos Thema auch bei solchen Gesprächen ist.

Bauer macht Zuständigkeiten deutlich. Der Landkreis könne sich beispielsweise glücklich schätzen über die Ausstattung mit fünf Notärzten in der Region. „Die Leitstelle hier in Staßfurt ist unser Teil, den wir leisten können“, so der Landrat. In der Diskussion um den Kreishaushalt 2020 setze man sich unter anderem ein für nötige technische Neuerungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro – digitale Steuerungs- und Kommunikationstechnik, Karten. Das sei grundlegend.

Modernste Technik ist ausschlaggebend für schnellstmöglichstes Handeln in Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften.

Schwierig sei es meist, den zuständigen Jagdpächter bei Wildunfällen zu finden und zu informieren. Selbst wenn sich die Dispatcher hier noch so gut auskennen im Salzlandkreis. Auch nach 28 Jahren kenne er noch nicht jede Straße in jedem Ort zwischen Etgersleben und Könnern, gibt Wolfgang Meyer zu. Er, Dirk Bialek und Jürgen Gehrke in der Schicht Heiligabend sind sozusagen lebendes Inventar. Die drei gehören zur Leitstelle, seit diese im September 1991 – damals noch allein für den Kreis Staßfurt zuständig – eingeweiht wurde.

„Ein Generationswechsel wird in den nächsten zwei drei Jahren stattfinden“, wirft Dirk Bialek hier ein. Mindestens fünf Leute würden altersbedingt aufhören. Dessen sei man sich bewusst, erklärt der Landrat und auch die Eigenschaften, die die Nachfolger mitbringen müssen: An erster Stelle Sozialkompetenz. Außerdem Grundlage: Sie müssen Gruppenführer bei einer freiwilligen Feuerwehr, Rettungsassistent oder Nofallsanitäter sein.

Und auch darüber sind sich die Leitstellen-Dipatcher einig, wenn Dirk Bialek für sie spricht: „Wir sind das Aushängeschild des Salzlandkreises!“ Und meint auch damit, dass sie immer im Dienst sind – an Wochenenden wie Feiertagen. Landrat Markus Bauer dazu: „Das unterschreibe ich sofort.“