Straßenbau

Teilweise noch mittelalterlich von Wolmirsleben nach Altenweddingen

Die vom Salzlandkreis nur halb fertiggestellte Kreisstraße von Wolmirsleben nach Altenweddingen stößt in den Gemeinderatssitzungen immer wieder auf Kritik. Wann dort wieder die Baumaschinen anrücken, steht noch nicht genau fest.

Von René Kiel
Bis zur Grenze zum Bördekreis fehlen noch rund 870 Meter, die vom Salzlandkreis noch nicht grundhaft ausgebaut wurden.
Bis zur Grenze zum Bördekreis fehlen noch rund 870 Meter, die vom Salzlandkreis noch nicht grundhaft ausgebaut wurden. Foto: René Kiel

Wolmirsleben

Wann gibt es den endlich der Lückenschluss in Richtung Altenweddingen? In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte Friedrich Ismer (Freie Wählergemeinschaft Wolmirsleben) das leidige Thema Kreisstraße zur Sprache. Vom Salzlandkreis habe es ja mal geheißen, dass mit der Fertigstellung in diesem Jahr zu rechnen sei.

Bürgermeister Knut Kluczka (CDU) sagte, bis zur Grenze des Bördekreises seien noch rund 900 Meter grundhaft auszubauen. Dann wäre die Straße fertig. Wer dort in Richtung Altenweddingen lang fahre, müsse sattelfest sein. „Mit einem tiefergelegten Auto würde ich keinem dort eine Fahrt empfehlen“, sagte der Ortschef, der von einer „Til-Eulenspiegel-Straße“ sprach.

2,22 Kilometer grundhaft ausgebaut

Den Ausbau der Kreisstraße 1262, wie die Verbindung zwischen beiden Gemeinden offiziell heißt, hatte der Salzlandkreis im Sommer 2019 gestartet. Er hatte dieses Vorhaben im Mehrjahresprogramm für den kommunalen Straßenbau angemeldet.

Es waren von Anfang an zwei Bauabschnitte geplant. Der erste begann in der Ortslage Wolmirsleben und reichte bis zur südlichen Einfahrt in das Wolmirslebener Gewerbegebiet. Der zweite Bauabschnitt, welcher 2020 umgesetzt werden sollte, sollte sich an der südlichen Einfahrt zum Gewerbegebiet anschließen. Damit sollte sichergestellt werden, dass jeweils eine Einfahrt für das Unternehmen nutzbar ist.

Die Baufirma aus Magdeburg hatte dort bei einer Vollsperrung der Straße die alte Asphaltschicht entfernt und das alte holprige Kopfsteinpflaster freigelegt. Die Fahrbahn wurde auf einer Länge von rund 2,22 Kilometer und einer Breite von sechs Meter grundhaft ausgebaut.

Nach dreimonatiger Bauzeit wurde das erste Teilstück Ende September 2019 mit einem symbolischen Scherenschnitt von Landrat Markus Bauer (SPD), des Leiters des Kreiswirtschaftsbetriebes Ralf Felgenträger, und von Wolmirslebens Bürgermeister Knut Kluczka wieder freigegeben. Die Zeit des lästigen Kopfsteinpflasters zwischen Wolmirsleben und Altenweddingen gehört damit weitestgehend der Vergangenheit an, hieß es bei der Übergabe.

Projekt 2020 gestoppt

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden dort 1,2 Millionen Euro investiert. Seitdem fehlt nur noch ein rund 900 Meter langes Teilstück der bis zur Kreisgrenze in Richtung Altenweddingen. Das sollte aus verkehrssicherungstechnischen Gründen 2020 saniert werden, kündigte der Landkreis damals an. Im März 2020 wurde die Fertigstellung dieses Projektes dann aber vom Kreistag auf unbestimmte Zeit verschoben. Die angefangene Straße wurde von der Kreisverwaltung als nicht unabweisbar und als nicht unaufschiebbar eingeschätzt.

FDP-Kreischef Johann Hauser wetterte damals: „Man kann diese Straße doch nicht anfangen und dann auf unbestimmte Zeit einfach unfertig liegen lassen, nachdem man vor einem Jahr den Wolmirslebenern noch anderslautende Versprechungen gemacht hatte.“ Der Landrat machte den Wolmirslebenern Ende 2020 Hoffnungen, dass der gestoppte grundhafte Ausbau in absehbarer Zeit zu Ende geführt wird. „Da sich die finanziellen Rahmenbedingungen seit der Information durch den Landrat nicht geändert haben, gibt es keinen neuen Stand. Allerdings setzen wir uns gemeinsam mit dem Landkreistag dafür ein, dass die Landesregierung nach der Landtagswahl die Belange der Kommunen noch stärker berücksichtigt als bisher. Das trifft natürlich auch für den kommunalen Straßenbau zu“, sagte Landkreis-Sprecher Marko Jeschor auf Anfrage der Volksstimme.

Eine leistungsfähige Infrastruktur sei Grundvoraussetzung für die Entwicklung des ländlichen Raums. Dabei sollten auch dringend Brücken saniert und der Radwegebau vorangetrieben werden, so Jeschor.