Feuerwehreinsatz

Was passiert, wenn Öl ausläuft

Von Nora Stuhr und Volker Müller
Kameraden der freiwilligen Feuerwehr untersuchen ein Fahrzeug in Hecklingen. Öl tritt aus. Die Spur zieht sich durch den Ort und wird beseitigt.
Kameraden der freiwilligen Feuerwehr untersuchen ein Fahrzeug in Hecklingen. Öl tritt aus. Die Spur zieht sich durch den Ort und wird beseitigt. Foto/Montage: Volker Müller

Hecklingen

Eine Ölspur ist gefährlich - für die Umwelt, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer. In Hecklingen ist die freiwillige Feuerwehr am Sonnabend mit 14 Kameraden ausgerückt, um deshalb zu helfen. Ein Bürger hatte den Schaden selbst gemeldet. Sein Pkw verlor Öl und hatte die Straßen im Ort verschmutzt. Fahrzeuge der Wehr fuhren vor.

Kameraden fegen

Wie wird in so einem Fall gehandelt? Was machen die Helfer und wer bezahlt den Einsatz?

„Wir sind dafür da, die Rutschgefahr zu beseitigen und abzustumpfen“, informiert der Leiter der Hecklinger Stadtwehr Steffen Bruchhardt. Die Ölspur sei glatt. Um dem zu entgegnen, werde darauf ein sogenanntes Ölbindemittel aufgetragen, erklärt er.

Das sehe aus wie Sand und sauge alles auf. Am Ende fegen die Kameraden alles zusammen und entsorgen die Reste fachgerecht, berichtet er.

Wer zahlt?

In Hecklingen zog sich die Ölspur am Sonnabend durch den Ort. Es wird berichtet, dass der Verursacher das selbst mitbekommen und die Feuerwehr gerufen hat. Bleibt zu fragen, wer den Einsatz in solch einem Fall bezahlt? „Meist greift die Haftpflichtversicherung“, antwortet Bruchhardt drauf.

Für die Feuerwehr sei es wichtig, dass keine Umweltschäden passieren. Dass das Bindemittel aufgenommen und vernünftig entsorgt werde. Dass alles sicher sei und keiner stürze – egal ob Fußgänger, Fahrradfahrer, Motorradfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer.

Problem nicht unterschätzen

Ähnlich gehen die Kameraden auch vor, wenn andere Betriebsstoffe auslaufen, etwa bei einem Unfall. Dann wird das gleiche Bindemittel, das aussieht wie Sand, aufgetragen.

Dazu kam es in der Stadt Hecklingen in diesem Jahr schon mehrmals. In der Ortslage Hecklingen handelt sich aber am Sonnabend um den ersten Öl-Einsatz 2021.

Bruchhardt ist es wichtig, solche Vorkommnisse nicht als „klein abzutun“. Mitunter seien die Mitglieder der Wehr mehrere Stunden im Einsatz.

Spezialreiniger nötig

Dazu kam es in diesem Jahr auch schon im Kreuzungsbereich zum Flughafen auf der Bundesstraße 180. Kameraden aus Schneidlingen halfen mit. Nach einem Unfall ging ihr Pieper. Ortswehrleiter Joachim Braun erinnert sich, dass es sich um sehr zähflüssiges Getriebeöl handelte, das auf die Fahrbahn gelaufen war. Das lasse sich zwar in einem ersten Schritt abstumpfen, aber mit Hilfe des Bindemittels der Feuerwehr nicht komplett von der Fahrbahn beseitigen. „Hinzu kommt, dass wir als Wehr bei der Bundesstraße nicht mehr verpflichtet sind“, erklärt Braun. Das sei immer der Träger der Straße.

Stoßen die Kameraden mit ihren Möglichkeiten an ihre Grenzen, wird von der Leitstelle die Ölwehr gerufen. „Das ist eine Firma. Die reinigt die Straße mit einem speziellen Reinigungsmittel, das alles aufnimmt“, so Braun.

Auch er kann mit Sicherheit sagen, dass die Beseitigung von Öl von der Straße für die Feuerwehr alles andere als leicht ist, wenn es richtig gemacht wird. „Da können wir ganz schön fegen, wenn ein paar Meterchen zusammenkommen.“ Er sprach von „harter Arbeit“. Alles müsse aufgebracht, eingebürstet und eingesammelt werden. Die jüngste Ölspur in Hecklingen startete in der Kurzen Straße und endete auf einem Parkplatz auf Schumanns Hof. Am Ende verlor der Motor des abgeschlossenen, abgestellten PKW immer noch Öl. Die Kameraden bemühten sich unter dem flachen Auto eine Ölsperre zu errichten und nahmen das Öl auf. Der Wagen konnte aber nicht stehen bleiben. Er musste noch am selben Tag in die Werkstatt gebracht werden.