Wasserstand noch zu hoch

Zok sieht bei vorschneller Badöffnung noch Gefahren

Von René Kiel

Die Stadt unternimmt alle Anstrengungen, um das vom Hochwasser geschädigte Strandsolbad wieder für die Badegäste zu öffnen, versicherte Oberbürgermeister René Zok (parteilos) am Freitag bei einer Vorort-Besichtigung der Anlage. Dort musste er jedoch feststellen, dass es noch eine Menge zu klären gibt, bevor sich wieder die Tore öffnen können.

Staßfurt. Das Strandsolbad bietet noch immer ein trauriges Bild. Der Wasserstand ist nach Schätzung des Gebäudemanagements zurzeit noch so hoch, dass die beiden Stege einschließlich des Nichtschwimmerbereiches 30 Zentimeter unter Wasser stehen.

"Dadurch ist die Gefahr, sich beim Eindringen in den Nichtschwimmer-Bereich beziehungsweise an den Stegen zu verletzen dort immer noch zu groß", sagte der Oberbürgermeister. Er habe die Verantwortung, dass dort niemand zu Schaden komme. Als Voraussetzung für eine Wiedereröffnung des Strandsolbades nannte er das weitere Absinken des Wasserspiegels, so dass die Stege sichtbar und trocken seien. Ein Datum könne man derzeit nicht benennen.

In diesem Zusammenhang wies Zok die Kritik des FDP-Stadtrates Johann Hauser und von Volksstimme-Leser Horst Trautewig, die der Stadt Untätigkeit vorgeworfen und eine Freigabe eines kleinen Teils des Sees verlangt hatten, als unbegründet zurück. "Die Dekra hat den dortigen Spielplatz am 28. Oktober des vergangenen Jahres geprüft und ihn bis auf Kleinigkeiten für in Ordnung befunden", sagte der Oberbürgermeister. Er wundert sich deshalb, woher Hauser seine Informationen habe, dass der TÜV den Platz nicht abgenommen haben soll.

Die Liegewiese kann derzeit ebenfalls nicht genutzt werden, weil sie noch völlig durchnässt ist. "Wir haben dort 280 Tonnen Erdreich abgetragen. Die Deckschicht war weiß, hat gestunken und war voll mit Ungeziefer", sagte der Chef des Stadtpflegebetriebes Rainer Busse. Neue Erde könne man noch nicht gleich aufbringen, weil schweres Gerät dort regelrecht einsinke. Der Wasserspiegel müsse erst weiter absinken. Das gleiche gelte für die rund 300 Tonnen Sand, die der Eigenbetrieb der Stadt zur Erneuerung des Strandbereiches anfahren will.

Wie Zoks Stellvertreter Hans-Georg Köpper mitteilte, wurden die Räume für die Rettungsschwimmer und Schwimmmeister sowie der Sanitärraum gegen Schimmel vorbehandelt. "Sie müssen noch mindestens eine Woche austrocknen, bevor sie gestrichen werden können", so der Fachbereichsleiter.

Neben diesen Malerarbeiten, die mit 1900 Euro veranschlagt wurden, muss für 1050 Euro auch noch ein Außenanstrich des Kassenhauses, des Umkleidegebäudes (2300 Euro) und der Toreinfahrt sowie der Pforte (450 Euro) erfolgen.

Am teuersten dürfte dort die Instandsetzung des Rundweggeländers werden. Es stand im Wasser und stellt jetzt eine Unfallgefahr für die Badegäste dar. Und dann müssen auch noch die für die Hygiene verantwortlichen Mitarbeiter sowie die Untere Wasserbehörde ihr Urteil abgeben, sagte die Chefin des Gebäudemanagements der Stadt, Brigitte Hirschfeld. Das Gesundheitsamt wolle in dieser Woche die Wasserqualität und die Räumlichkeiten prüfen.

"Wir tun alles, was möglich ist, um eine Öffnung zu ermöglichen", versicherte Zok.

"Aus Sicht der Stadtratsfraktion Die Linke kann die aktuelle Ergebnis- und Faktenlage nicht zufriedenstellen", sagte gestern der stellvertretende Fraktionschef Ralf-Peter Schmidt. Er und seine Mitstreiter fordern deshalb den Oberbürgermeister "zu mehr Engagement und zur Schaffung von Verbindlichkeiten auf." Zok will sich in der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag zum Thema äußern.