Stendal l Statistisch gesehen ist alles in Ordnung. Im Landkreis Stendal gibt es derzeit drei Hautärzte, das entspricht nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in Magdeburg einer Versorgung von 102,6 Prozent. In der Realität gestaltet sich die Situation schwieriger. Ende des Monats fällt Anna C. von Katte, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, wegen Elternzeit aus, wie das Krankenhaus auf Anfrage mitteilt. Die Ärztin praktiziert im Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal. 

Unterversorgung besteht noch nicht

Im Landkreis Stendal bleiben noch zwei Hautärzte: Dr. Carsten Adomeit und Dr. Günter Singer. Letzterer nimmt nach eigenen Angaben keine neuen Patienten mehr auf, da er sich bereits im Ruhestandsalter befindet und sich ausschließlich um seine Altpatienten kümmert.

Der Versorgungsgrad bei Hautärzten sinkt ohne die Praxis von Frau von Katte auf 68,4 Prozent, Unterversorgung bestehe aber erst bei 50 Prozent, sagt Bernd Franke von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Maßnahmen sind demnach nicht geplant, man werde aber die Entwicklung weiter aufmerksam beobachten, so der Sprecher. 

Krankenhaus ist um eine Nachfolge bemüht

„Eine Nachfolge wird bereits seit dem Bekanntwerden des Ausfalls gesucht. Bisher konnte niemand gefunden werden, die Suche läuft aber weiter", sagt Koordinatorin Ina Hanuse vom Medizinischen Versorgungszentrum des Krankenhauses.  Betroffen sind von dem Ausfall etwa 2000 Patienten. Wegen des allgemeinen Hautärztemangels sei es sehr schwer, Vertretungen zu gewinnen. Patienten können sich im Notfall an Fachärztin Anja Thielietz in Haldensleben wenden.

Insgesamt sind in der Stadt Stendal 58 Fachärzte tätig, dazu zählen keine Hausärzte und Psychotherapeuten. Da die Ärzte selbstständig sind und damit selbst festlegen können, ob sie voll oder in Teilzeit arbeiten, behandeln nicht alle im gleichen Umfang. Laut KV ist auf Ebene der allgemeinen fachärztlichen Versorgung mindestens ein Facharzt pro Gebiet tätig. Dazu zählen Augenärzte, Frauenärzte, Orthopäden und Kinderärzte. Eine halbe Hautarztstelle und eine ganze Urologenstelle sind momentan unbesetzt. Zulassungsanträge von Ärzten sind in diesen beiden Fachrichtungen also zulässig, bei den anderen Arztgruppen aber nicht, weil der Versorgungsgrad hier oberhalb 110 Prozent liegt.