Stendal l Wenn Christel Geißenhöner durch Stendal oder andere Städte geht, dann tut sie das immer mit einem wachen Blick. Dabei fallen ihr oft Dinge auf, die man verbessern könnte. Sei es, dass es allein um die Verschönerung von Plätzen oder Straßen geht, sei es, dass ihr etwas aus rein praktischem Blickwinkel einfällt. Sie hat also den Kopf voller Ideen und wollte davon gern mal der Volksstimme erzählen. Und sie versteht diese Ideen keineswegs als miesepetrige Meckerei, sondern als Anregung, eben: als Ideen.

"Es gehört Grün rein"

Ein Meinungsbeitrag in der Volksstimme zum Thema Marktplatzgestaltung gab den Ausschlag dafür, dass sie sich in der Redaktion meldete. „Da haben Sie mir so aus dem Herzen gesprochen“, sagt sie und meint, dass Plätze in der Stadt nicht einfach kahl gelassen werden dürfen und dem Markt ein Wasserspiel wirklich gut täte. „Es gehört auch Grün rein in die Stadt, so was zieht die Menschen an“, findet Christel Geißenhöner. Der Domplatz gefalle ihr, auch den Winckelmannplatz finde sie gelungen. Warum also nicht auch auf Markt und Sperlingsberg etwas mehr Grün?

Brunnen auf den Theaterplatz

Auch mehr Bänke fände sie schön, gerade aus Sicht Älterer. Bei der menschenfreundlichen Gestaltung denkt sie ebenso an Spiel- und kleine Klettergeräte „auch innerhalb der Stadt, darüber würden sich Mütter mit Kindern bestimmt freuen, es würde einen Platz beleben“. Und gleich noch eine Idee hat Christel Geißenhöner: „Der Brunnen in der Breiten Straße ist trocken, steht völlig unnütz dort. Könnte man den nicht zum Beispiel auf den Theatervorplatz verlegen?“ Denn der lade im jetzigen Zustand nicht gerade zum Verweilen ein.

Gehweg ist halsbrecherisch

Aber wie gesagt, nicht nur unter gestalterischem Aspekt macht sich Christel Geißenhöner Gedanken. Sie sieht das Ganze vor allem aus der Sicht von Älteren und von Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Sie braucht mit ihrem Mann Eberhard, der sich draußen nur mit Rollstuhl fortbewegen kann, ja nur ein paar hundert Meter aus der Haustür gehen und hat schon das erste Problem: die Georgenstraße. Das holpert und ruckelt nur so. Ganz abgesehen von den Senkungen und Beulen im Straßenpflaster, macht ihr der Bürgersteig Sorge. „Der auf der Friedhofsseite ist halsbrecherisch.“ Dieser Zustand ärgere sie schon lange: „Wir wohnen jetzt seit 20 Jahren hier, und schon damals sollte die Georgenstraße gemacht werden.“

Darum ist sie nun froh, dass sich die Stadträte im letzten Hauptausschuss endlich für die Georgenstraße eingesetzt haben und auch der Oberbürgermeister auf die Sanierung drängt. „Das wird auch Zeit“, findet Christel Geißenhöner.

Wendstraße wäre an der Zeit

Zeit wäre es aus ihrer Sicht auch, endlich die Wendstraße zwischen Altem Dorf und Nordwall anzupacken. Diese Verbindung zur Innenstadt nutzten viele Leute, die Angehörige im Krankenhaus besuchen und mit ihnen dann spazieren gehen oder sie im Rollstuhl ausfahren. „Ich habe lange in der Altenpflege gearbeitet und weiß, wie beschwerlich es ist, einen Rollstuhl über so holprige Wege zu schieben“, sagt sie.

Im Grunde, findet sie, sei zumindest Stendals Innenstadt „inzwischen rollstuhlfreundlich, bloß wie man eben hinkommt in die Innenstadt, das ist das Problem“. Dafür wären wiederum ein paar mehr Behindertenparkplätze nötig, „gerade in der nördlichen Breiten Straße“ fehle es daran.

Bei anderen Städten abgucken

Das mag sich nun für den ein oder anderen alles nach Besserwisserei oder Kleinkrämerei anhören – Christel Geißenhöner jedoch geht es darum, sich als Bürgerin dieser Stadt bemerkbar zu machen und einzubringen. „Stendal hat doch so viel zu bieten und es wurde schon so viel geschafft, im Grunde sind es doch jetzt nur Kleinigkeiten, um die Stadt noch schöner und anziehender zu machen.“ Und dabei könne man sich doch ruhig von anderen Städten Gelungenes einfach mal abgucken.