Stendal l Die Nachricht, dass der Stendaler Marktplatz nach Sichtung und Dokumentation der Ausgrabungen von Resten einer mittelalterlichen Markthalle einfach wieder zugebuddelt wird, hat Marlen Liebau ins Nachdenken gebracht. Dass „den neuen Gegebenheiten hinsichtlich der doch bemerkenswerten Ausgrabungen“ nicht Rechnung getragen wird, erfüllt die Künstlerin mit Unverständnis. Damit würde der Markt aus ihrer Sicht nicht nur wieder genauso öde werden wie zuvor, sondern Stendal würde sich damit eine einmalige Gelegenheit entgehen lassen und „die Chance verschlafen, ein ganz neues Stadtmarketing zu entwickeln“.

Alt und Neu verbinden

Sie nehme das Ganze zwar aus der Sicht einer eher Außenstehenden wahr – sie wohnt in einem Dorf bei Bismark –, aber genau das tun Touristen ja auch. „Dass man so gar nichts aus der neuen Situation macht“, wundert sie und nennt ein sehr prominentes Beispiel, bei dem es ganz anders lief: „Da hat man um eine kleine Metallscheibe ein ganzes Museum gebaut“, spielt sie auf die Himmelsscheibe von Nebra an.

Sie selbst habe sich mit dem Stendaler Marktplatz in Verbindung mit den Ausgrabungen und einem Wasserspiel auseinandergesetzt und eine Idee entwickelt. Eine Idee, wie man die Aufenthaltsqualität des Platzes erhöhen, wie man Alt und Neu verbinden, wie man die Ausgrabungen zum Teil sichtbar machen könnte. „Ich habe versucht, an alles zu denken“, sagt sie. Sie könne sehr gut einschätzen, was notwendig und was machbar ist, habe in anderen Städten bereits Arbeiten im Außenraum realisiert.

Hoffnung auf Ideenwettbewerb

Konkret herausrücken möchte Marlen Liebau mit ihrer Idee aber noch nicht, und das hängt mit einer Hoffnung zusammen, die sie hegt: Dass es womöglich doch noch einen Ideenwettbewerb in Sachen Marktplatzgestaltung gibt, der die historisch bedeutsamen Ausgrabungen berücksichtigt. „Es ist doch wichtig, dass das Thema hier im wahrsten Sinne des Wortes positiv vermarktet wird“, sagt sie und ist überzeugt: „Das könnte eine sehr interessante Sache werden für Stendal.“