Stendal l Mit Sina Kongehl-Breddin kommt man ordentlich rum in der Altmark – vor allem auf den Spuren ihrer Täter und Ermittler. Bei ihrem Kurzkrimi-Erstling „Wenn es dunkel wird in Bismark“ hatte sie dem Titel folgend die Leser in ihrer damaligen Heimatstadt begrüßt. Nach ihrem Umzug nach Stendal und beruflichen Wechsel aus der Apotheke in die schriftstellerische Selbstständigkeit holte sie die Figuren Hauptkommissar Frank Thiemer und die Privatdetektivin Eva Domberg in ihr literarisches Team.

Ein Toter beim Seminar

Im Oktober 2017 ging das Paar zum ersten Mal gemeinsam auf Mördersuche – in Stendal. In „Der Tod im Glas“ wird der Leser mitgenommen zu einer Familienfeier mit tödlichem Ausgang für einen der Gäste. Im Jahr darauf folgte Fall zwei für das Ermittlerduo. Das Buch trägt den Titel „Alle ins Gold“ und spielt im Gardeleger Ortsteil Lindstedt während einer Großveranstaltung.

Mit dem dritten Altmark-Krimi „Der Kranich schweigt“ kehrt die Stendaler Autorin wieder in den Landkreis Stendal zurück – konkret zum Schloss Storkau an die Elbe. Wer schon einmal dort war, kennt vielleicht die Kranich-Skulptur. Ein Kunstwerk, ein schweigendes. Der Vogel kann also Thiemer und Domberg bei ihren Ermittlungen nicht helfen.

Ermittler werden pausieren

Nicht nur bei den Orten ihrer Fälle setzt die Autorin auf Abwechslung, sondern auch bei den Todesarten. War im Premierenfall Gift im Glas und diente im zweiten Fall ein historischer Bogen als Mordwaffe, ist es beim dritten Auftritt der Ermittler... Das wird natürlich nicht verraten. Aber soviel sagt Sina Kongehl-Breddin: „Während eines Seminars kommt es zu einem Todesfall.“ Und wie bei den bisherigen Fällen gibt es wieder eine Vielzahl an Verdächtigen, ein streunender Hund spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

Auch privat tut sich etwas beim Ermittlerpaar. „Sie ziehen jetzt endlich zusammen“, sagt die Autorin. Einige Ideen, wie es mit dem Kommissar und der Privatdetektivin weitergehen könnte, hat die Stendalerin zwar noch, aber nach dem dritten Teil sollen sie erst einmal pausieren. Das bedeute aber nicht, sagt Sina Kongehl-Breddin, dass es vorbei ist mit diesen Altmark-Krimis, „denn es gibt noch reichlich versteckte Ecken“. Ob es einen Ort gibt, zu dem sie ihre Ermittler unbedingt noch schicken möchte? „Nein“, sagt die Autorin, um fast im gleichen Atemzug doch „eventuell an den Arendsee“ nachzuschieben.

Eine Fortsetzung der Altmark-Krimis zu späterer Zeit könne sie sich darum sehr gut vorstellen. Auch, weil sie damit eines ihrer Anliegen umsetzen kann: ihre altmärkische Heimat vorzustellen. Unterhaltsam umsetzen, mit einem Augenzwinkern und viel Humor, „bei mir muss es nicht so brutal zugehen wie in vielen Thrillern“, sagt die Stendalerin, die privat gern Krimis und historische Romane liest, aber auch Werke von Martin Suter.

Literarisch möchte sie Neues ausprobieren

Nun möchte sie sich aber anderen literarischen Projekten widmen. „Was es wird, da bin ich noch ganz offen“, sagt die Stendalerin. Es könnte wieder ein Krimi, aber mit anderen handelnden Personen werden, oder ein Roman, mit fiktivem oder historischem Stoff. Oder einer historischen Persönlichkeit im Mittelpunkt. Denn Sina Kongehl-Breddin könnte sich vorstellen, über den Bismarker Komponisten Wilhelm Lüdecke (1868 – 1938) zu recherchieren und schreibend in seine Zeit einzutauchen.

Jetzt im Oktober hat sie aber erst einmal „Der Kranich schweigt“ veröffentlicht, stellt das Buch gern auch mit Lesungen vor. In Kalbe, Bismark, Möringen und anderen Orten hat sie schon aus ihren Büchern gelesen – für den Bödecker-Kreis betreut sie als Kinderbuchautorin zudem Schreibprojekte an Schulen –, aber in Stendal hat es bisher noch nicht geklappt. Aber was nicht ist...

Das Buch „Der Kranich schweigt“ (Rediroma-Verlag) ist im Buchhandel erhältlich zum Preis von 9,95 Euro, als E-Book bei Amazon für 5,99. ISBN: 978-3-96103-657-8