Stendal (vs) l „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den Arbeitsmarkt im Landkreis Stendal und im Altmarkkreis Salzwedel erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk ist saisonuntypisch aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen gestiegen und die übliche Frühjahrsbelebung ist ausgeblieben.“, erläutert Matthias Kaschte, Leiter der Agentur für Arbeit Stendal.

Im April haben sich mehr Menschen arbeitslos gemeldet und deutlich weniger Menschen eine neue Arbeitsstelle angetreten als es für den Frühling üblich ist. 8154 Männer und Frauen waren im April 2020 arbeitslos. In der Betrachtung zum Vormonat war dies ein Anstieg von 660 Arbeitslosen. Zum Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 429 Personen. Das ist ein Anstieg von 5,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote lag mit 8,1 Prozent um je 0,6 Prozentpunkte höher als im Vormonat und Vorjahresmonat. Frauen sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer.

783 Menschen meldeten sich aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos. Das waren 234 Personen mehr als im Februar. Über fast alle Branchen ist eine Zunahme von neu arbeitslos gemeldeten Personen zu beobachten. Die meisten Zugänge kommen dabei aus den Branchen Arbeitnehmerüberlassung, Gastgewerbe sowie Handel und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen. Dagegen fanden weniger Arbeitslose den Weg zurück in Arbeit. So beendeten 464 Personen im April ihre Arbeitslosigkeit, 346 beziehungsweise 42,7 Prozent weniger als im Vormonat.

Unternehmen haben die Kurzarbeit verstärkt genutzt, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Inzwischen sind 1806 Anzeigen über Kurzarbeit eingegangen. Davon 1035 im Landkreis Stendal und 771 im Altmarkkreis Salzwedel. 15 622 Beschäftigte befinden sich in Kurzarbeit. Die Möglichkeit wird von Unternehmen aller Branchen genutzt, insbesondere aber von den Unternehmen, die von Schließungen betroffen waren.