Stendal l Gisela May hatte den Altmärker Marten Krebs vor rund elf Jahren regelrecht in die Schauspielerei geschubst, wie er sagt. Der Kontakt zwischen beiden ist nie abgerissen. Im Dezember 2016 starb May. Nun möchte Marten Krebs mit einem Soloprogramm an die Schauspielerin, Chanson-Legende und Brecht-Interpretin erinnern und die Geschichte einer Freundschaft erzählen. Premiere hat das Programm unter dem Titel „Bühne, Kunst und Käsekuchen“ am Sonnabend, 14. April, um 20 Uhr in der Stendaler Katharinenkirche.

Das Herz spricht

In 13 Akten erzählt Krebs, der aus Sanne stammt, dort unter anderem den „Adventsmarkt der 100.000 Lichter“ veranstaltet und als Schauspieler und Entertainer arbeitet, von seiner Freundschaft zu May. Für den 36-Jährigen ein ganz besonderes Programm. „Es geht um meine Zieh-Mama, es geht um Respekt“, sagt er und gibt gerne zu: „Ich lasse das Herz sprechen.“

Die Feile des Sanners

Kein Wunder, schließlich sei Gisela May mehr als eine Kollegin für ihn gewesen. Als Krebs 2006 die Benefizveranstaltung „Lichtblick“ in Sanne organisierte, lud er die bekannte Künstlerin ein. Und sie sagte zu. May gewann nicht nur die Herzen ihres Sanner Publikum, sondern ermutigte den jungen Krebs, sich in und an die Schauspielerei zu wagen. „Dabei hat sie mich unter ihre Fittiche genommen, mich begleitet, war meine Feile bei der künstlerischen Arbeit“, erzählt er. Das Programm, das in gut sechs Wochen Premiere hat, zeichne ein Stück Lebensweg von May nach und sei für ihn selbst ein wenig Autobiografie.

Auf der Bühne rezitiert Krebs, erzählt Anekdoten, singt. Musikalisch unterstützt wird er von Konzertpianistin Sibylle Briner. Die Schweizerin, die in Berlin lebt, ist schon mehrfach in der Altmark aufgetreten, so an der Seite von Tenor Björn Casapietra. Stendal soll für „Bühne, Kunst und Käsekuchen“ nur der Auftakt sein. „Wir haben das Programm so konzipiert, dass wir es auf Kleinbühnen aufführen können“, sagt Dirk Lippmann. Er ist Inhaber der Firma „Countdown Group“, die das Programm produziert.

Marten Krebs fiebert der Premiere entgegen und meint schmunzelnd: „Ich hoffe, Gisela May sitzt in der Katharinenkirche auf der Empore und hört zu. Schade, dass sie nicht selbst mitwirken kann – es wäre ein herrliches Ping-Pong-Spiel zwischen uns geworden.“

Karten sind im Vorverkauf (25 Euro) in der Katharinenkirche und in der Stendal-Information erhältlich sowie am 14. April (28 Euro) an der Abendkasse.