Stendal l Davon hatten die Damen der Malgruppe der Musik- und Kunstschule Stendal nicht zu träumen gewagt: von einer Ausstellung ihrer Arbeiten im Ausland. Doch nun wurde der nicht gewagte Traum zur Wirklichkeit. Ein Sextett um Kursleiterin Jutta Schulz präsentierte seine Bilder im französischen Bressuire.

„Wir haben uns riesig gefreut“, sagt Gundula Menzlin, die gemeinsam mit Ulrike Allesch-Schwarzenberg, Angelika Behrens, Erika Böhm, Christine Hentschel und Karin Mechow dort ausstellte. Und Erika Böhm pflichtet ihr bei: „Ja. Das war natürlich eine große Freude. Wir sind ja nur Hobby-Künstler, malen, weil es uns Spaß macht.“

Aida Beye als Mittlerin

Wie aber kamen Stendaler Hobby-Künstlerinnen zu einer Ausstellung in Frankreich? Ein wenig, das gestehen die Frauen gern ein, hatte der Zufall seine Hand im Spiel. Gundula Menzlin hatte während einer Zugfahrt die Bekanntschaft der französischen Ärztin Aida Beye gemacht, die früher einmal im Johanniter-Krankenhaus tätig war, und sich mit ihr angefreundet. So besuchte die Medizinerin, die inzwischen wieder in Frankreich lebt und arbeitet, eine Ausstellung der Malgruppe in der Musik- und Kunstschule – und war beeindruckt. In Bressuire warb sie dann beim Verein „Die Freunde der Künste“, der regelmäßig Ausstellungen in einer Galerie veranstaltet, für die Künstlerinnen aus der Altmark.

42 Bilder in der Galerie

Mit Erfolg. Im Vorjahr meldeten sich die „Freunde der Künste“ bei den Malerinnen, bekundeten ihr Interesse an einer Ausstellung und baten um einige Bildervorschläge – per Datenautobahn – zur Ansicht. Wenig später folgte die Einladung.

Am letzten Maiwochenende wurde die Schau der Stendaler Malerinnen unter dem Titel „Stendalia Inkognita“ in Bressuire eröffnet und war dort bis zum 10. Juni zu sehen. Der Vernissage fand mit dem altmärkischem Sextett und Leiterin Jutta Schulz statt. Insgesamt ein Woche verbrachten sie in Bressuire. „Viel Zeit zum Relaxen hatten wir nicht, auch wenn uns eine nette Unterkunft – sogar eine mit Swimmingpool – vermittelt wurde“, berichtet Erika Böhm.

Allein der Aufbau der Schau in der Arkadengalerie nahm zwei Tage in Anspruch. An den Tagen nach der Vernissage waren die Frauen gut unterwegs. „Wir wurden rumgereicht, wurden gut bewirtet, hatten viele Begegnungen“ blickt Erika Böhm zurück. So lud sie Michelle Boutet, Präsidentin des Vereins „Die Freunde der Künste“, zu sich ein und waren sie beim Partnerschaftsverein von Bressuire zu Gast.

Den Höhepunkt des Frankreich-Aufenthaltes für die Malerinnen bildete aber zweifelsohne die Vernissage. „Das Interesse war recht groß“, erzählt Erika Böhm. Begrüßt wurden die Stendaler dabei auch von Kommunalpolitikern. In den Reden, sei von Weltoffenheit und Freundschaft die Rede gewesen, so Gundula Menzlin. Sie hofft, dass die Ausstellung ein wenig dazu beigetragen hat. Zumal die Gäste aus Deutschland eine Grußbotschaft von Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz im Gepäck hatten, die während der Vernissage verlesen und mit Beifall bedacht wurde.

Die Ausstellung ist beendet, die Malerinnen sind wieder in Stendal. Die 42 ausgestellten Bilder sind noch in Frankreich. Einige von ihnen bleiben auch dort, weil sie Käufer fanden.