Stendal l Die Helfer in den blauen Westen gehören am Stendaler Hauptbahnhof inzwischen zum vertrauten Bild. Acht ehrenamtliche Mitarbeiter bilden das Team der Bahnhofsmission. Verstärkung können sie dennoch immer gebrauchen. Und darum suchen sie nun einen „Bufdi“. Jemanden also, der über das Programm des Bundesfreiwilligendienstes für 6 bis 18 Monate dazugehören und mitarbeiten soll.

Berufliche Orientierung

Leiterin Annette Seher denkt vor allem an baldige Schulabgänger, für die diese Möglichkeit eine Überbrückung von Wartezeit bis zu Studium oder Ausbildung oder überhaupt eine berufliche Orientierung eröffnet. „Wer künftig in sozialer Arbeit tätig sein will, kann hier erste Erfahrungen sammeln und herausfinden, ob er oder sie überhaupt mit Menschen arbeiten kann.“ Und man könne den Arbeitsalltag üben, denn der Dienst in der Mission an Gleis 1 ginge montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr.

Die Rahmenbedingungen des Bundesfreiwilligendienstes am Gleis fasst Annette Seher kompakt zusammen: „Die Schulpflicht sollte man erfüllt haben. Der Zeitpunkt des Einstiegs ist egal. Als Vergütung gibt es ein Taschengeld zwischen 300 und 400 Euro im Monat. Man ist sozialversichert und bekommt ein Zeugnis.“ So weit die pragmatische Grundlage.

Für andere da sein

Hinzu kommt natürlich noch etwas ganz Entscheidendes: Man muss das, was bei der Bahnhofsmission getan wird, wollen und unterstützen. „Man sollte offen sein für die Begegnung mit anderen Menschen“, sagt Annette Seher, „und den Grundgedanken ‚Für den anderen da sein‘ unabhängig von Alter, Religion, Geschlecht oder Aussehen mittragen.“ Und obschon die Stendaler Bahnhofsmission vom Evangelischen Kirchenkreis getragen wird, müsse man nicht religiös sein.

Das Abenteuer Leben

Welche Tätigkeiten auf den Bufdi zukommen werden, kann sie einerseits beschreiben: „Den ganz normalen Gleis- und Missionsdienst, erst unter Anleitung, dann aber auch selbstständig.“ Das reicht von bloßen Informationen über Umstiegshilfen für Rollstuhlfahrer oder Ältere bis hin zu vermeintlich banalen Dingen wie Zuhören und Trösten. Kurzum: aufmerksam sein und den Menschen zugewandt.

Andererseits kann es aber auch immer unvorhergesehene Situationen geben. Ob nun eine verwirrte Person oder jemand, der wegen Unwetter am Bahnhof strandet oder jemand, der ohne festen Wohnsitz ist – passieren kann viel. „Oder auch gar nichts“, sagt Seher lakonisch. „Es kann ruhig zugehen oder auch chaotisch. Es ist eben das Abenteuer Leben, das wir hier erleben.“

Auch Eigenverantwortung

Das Besondere: Der Bufdi wäre der Einzige, der nicht nur stundenweise, sondern den ganzen Tag vor Ort ist. „Aber keine Angst, allein gelassen wird derjenige nicht“, sagt Seher, „es ist immer jemand vom Team da.“ Eigenverantwortung für einzelne Arbeitsfelder würde er oder sie jedoch durchaus übertragen bekommen.

Wer bei der Stendaler Bahnhofsmission als „Bufdi“ arbeiten möchte, wende sich für ein erstes Informations- und Kennenlerngespräch an das Team unter Tel. 03931/4108289 oder per E-Mail: stendal@bahnhofsmission.de