Stendal l Wann genau die Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest. Derzeit läuft die Ausschreibung. Nach Planung der Stadtverwaltung könnte es im Frühjahr nächsten Jahres mit den Bauarbeiten losgehen, kündigte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Nachfrage an. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hatte bei seiner Sitzung Mitte September einstimmig grünes Licht für das Vorhaben gegeben.

Geplant ist ein kompletter Neubau der Brücke über den Neuen Graben, über die der Arnimer Damm im Abschnitt zwischen Pferdemärsche und Schweinigelweg hinwegführt. Wegen ihres aktuellen Zustandes ist die Nutzung derzeit auf Fahrzeuge bis 16 Tonnen Gewicht beschränkt. Das bedeutet, dass schwerere Transportfahrzeuge von oder zur Ortsumgehung/Bundesstraße 189, Baufahrzeuge oder Entsorgungsfahrzeuge, die das in der Nähe befindliche Klärwerk ansteuern, diese Strecke nicht nutzen können. Darum soll der Ersatzneubau für eine Belastung bis 60 Tonnen ausgelegt werden. Der Arnimer Damm hat aber auch eine Bedeutung als wichtige Verbindung der Stadt zu den Ortsteilen Staffelde und Arnim sowie zum Waldbad Wischer.

Die jetzige Brücke über den Neuen Graben ist schon in die Jahre gekommen. Errichtet wurde sie vermutlich zwischen 1960 und 1965. Dies schätzt die Stadtverwaltung anhand ähnlicher Konstruktionen in gleicher Bauweise und im gleichen Zeitraum, denn für die konkrete Brücke liegen keine Unterlagen vor. Bei den turnusmäßigen Brückenprüfungen waren zuletzt erhebliche Mängel am Bauwerk festgestellt worden – unter dem Strich gab es eine schlechte Bewertung des Zustandes. Die Stadt reagierte und ließ die Tragfähigkeit der Brückenklasse überprüfen – mit dem Ergebnis der Tonnagebegrenzung.

Darum soll im kommenden Jahr ein Neubau errichtet werden. In den Vorplanungen waren zwei Varianten zur Gründung des Bauwerkes untersucht worden: die Tiefgründung mit Großbohrpfählen und die Flachgründung auf einer tiefliegenden Sohle. Um die Ausdehnung der Baumaßnahme zu minimieren, soll es nun eine Tiefgründung auf Bohrpfählen geben.

Gebaut wird die Brücke als Stahlbetonrahmentragwerk. Dazu ist die Vollsperrung des Arnimer Damms in diesem Bereich „unumgänglich“, so die Einschätzung aus dem zuständigen Tiefbauamt. Für den Fußgängerverkehr und für Radfahrer soll vor Ort eine Behelfsbrücke hergestellt werden, der motorisierte Verkehr muss umgeleitet werden. Nach jetziger Planung sollen die Bauarbeiten zirka sechs Monate dauern. Die Gesamtkosten liegen nach derzeitiger Berechnung bei knapp 557.000 Euro, die Stadt möchte dafür eine 80-prozentige Förderung vom Landkreis nutzen.