Was ist „Rock Your Life!“?

„Rock Your Life!“ wurde 2009 in Friedrichshafen gegründet und ist damit neun Jahre alt.

Der Verein ist ein soziales Franchise. Das heißt, die Entwickler dieser Idee stellen Gründern, die sich für sie interessieren, ihr Wissen und ihre Werkzeuge zur Verfügung. Im Gegensatz zu anderen Firmenketten, wie McDonalds, tun sie das kostenfrei.

In Deutschland und der Schweiz gibt es 50 Standorte. Zwei befinden sich in Sachsen-Anhalt: in Wernigerode und Halle.

Bei der Studenten-Schüler-Beziehung gibt es eine schriftliche Vereinbarung. Diese gilt für zwei Jahre. Nur der Studierende verpflichtet sich dabei. Für den Schüler ist es freiwillig.

In einer selbst durchgeführten Studie ermittelte die Organisation, dass 82 Prozent der befragten Schüler nach dem Programm besser wussten, worin sie gut sind.

Stendal l Wie bringt man Schüler aus Stendal dazu, nach dem Schulabschluss in der Region zu bleiben? Eine Antwort darauf lautet, Brücken zu bauen. Brücken zwischen Schülern, Studenten und Unternehmen, heißt es im Leitsatz von „Rock Your Life!“. Bei dieser Organisation handelt es sich um ein soziales Franchise, welches in der Hansestadt Einzug halten soll. Die beiden Stendaler Studenten Martin Leonhardt und Kevin Schlamann haben sich dieser Aufgabe verschrieben und wollen gemeinsam mit acht anderen Studierenden einen Verein unter dem Namen der gemeinnützigen Organisation gründen.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schüler Selbstvertrauen tanken“, sagt der angehende Reha-Psychologe Kevin Schlamann, denn beide haben bereits in Wernigerode und Mainz als Mentoren für „Rock Your Life!“ gearbeitet. Es geht dabei um eine Studenten-Schüler-Beziehung, wobei der Student dem Schüler zur Seite steht, zu Veranstaltungen begleitet und Perspektiven aufzeigt. Leonhardt sagt: „Es hilft ihnen, Ziele herauszukristallisieren und zu erfahren, was sie wollen oder nicht wollen.“ Er berichtet, wie einer seiner früheren Schützlinge es nach der Schule sehr schnell schaffte, einen Ausbildungsplatz zu finden, und dass der Betrieb das sichere und selbstbewusste Auftreten des jungen Menschen lobte.

Die Region voran bringen

Bei diesem Thema sehen die Studierenden in Stendal Bedarf. Leonhardt und Schlamann schlussfolgern, dass bei unbesetzten Ausbildungsplätzen, einem steten Fachkräftemangel und einer hohen Zahl an Schulabbrüchen im Landkreis etwas nicht funktionieren könne. Der Verein hat sich damit zum Ziel gesetzt, junge Menschen früh zu unterstützen und ihnen zu zeigen, wie attraktiv Stendal ist. Sie wollen sie hier halten und die Region voran bringen, betonen beide.

Aber nicht nur Schüler können von dem Konzept profitieren. Für Martin Leonhardt tat sich in seiner Rolle als Mentor in Mainz ein neuer Horizont auf. Er stellte fest, dass es ihm Spaß macht, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Diese Erkenntnis führte ihn schließlich zur Hochschule nach Stendal, wo er sich nun im fünften Semester im Studiengang Kindheitswissenschaften befindet. Seine Erfahrungen möchte er mit anderen teilen.

Für die Gründung von „Rock Your Life! Stendal“, wie der Verein einmal heißen wird, müssen jedoch erst einige Voraussetzungen erfüllt werden, die von der Mutter-Organisation vorgegeben sind. Dazu zählen: sieben Gründungsmitglieder, 1000 Euro Startkapital, um Trainer und Veranstaltungen bezahlen zu können, und eine Standortanalyse, die zeigt, welche Unternehmen es in der Umgebung gibt. Die Studierenden sind sich sicher, das schaffen zu können. Sie planen, zu Beginn des Sommers ihr erstes Gründertreffen abzuhalten und im Oktober, zum neuen Studienjahr, mit den ersten 15 freiwilligen Studenten ans Werk zu gehen, um dann Schüler an Sekundarschulen, die daran interessiert sind, zu besuchen.

Kontakt auf Augenhöhe

„So etwas wurde vor einigen Jahren schon einmal probiert, allerdings ohne professionelle Unterstützung“, erzählt Martin Leonhardt. Er ist zuversichtlich, was den Erfolg des Vereins angeht, denn die soziale Organisation unterstützt engagierte Gründer, wo sie kann. Die reicht von einem lokalen Ansprechpartner für den Verein bis zu erfahrenen Trainern, die die Mentoren für ihre Aufgaben ausbilden.

Die Schüler erhalten dann die Chance, bei einem Gruppentreffen einen passenden Studenten zu finden. „Wir wollen nicht wie die Schule sein“, erklärt Kevin Schlamann. Die Studierenden wollen Kontakt auf Augenhöhe suchen und im Dialog mit den jungen Menschen stehen. Das sei wichtig, sagen sie, denn Student und Schüler sollen als Partner zusammen arbeiten, um am Ende das gemeinsame Ziel erreichen zu können.