Tangermünde l Einen Karnevals-umzug durch Tangermünde wird es in diesem Jahr nicht geben. Das schickt Knut Oldenburg, Präsident des Tangermünder Carnevalvereins (TCV), gleich vorweg. Doch die massiven Alltags- und Freizeiteinschränkungen hindern die Mitglieder des TCV nicht daran, alle Weichen für einen stimmungsvollen Auftakt der 42. Session zu stellen.

Verein hat Hallenverträge gekündigt

In der vergangenen Woche hatten sie sich zur Jahreshauptversammlung im Haus des Tangermünder Elbdeichmarathonvereins getroffen, um die vergangene Session und die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und Pläne für die nächste Zeit zu schmieden.

„Wir wissen nicht, ob wir im Februar unsere Prunksitzungen feiern dürfen“, schickte Knut Oldenburg vorweg. Und doch wolle der TCV die Session am 14. November ab 10.30 Uhr auf dem Marktplatz am Tangermünder Rathaus mit einem Karneval-Open-Air eröffnen. „Wir werden eine Bühne aufbauen, Bierzeltgarnituren für die Besucher aufstellen. Ein Kinderkarussell wird da sein, eine Gulaschkanone, wir werden Gegrilltes und Getränke anbieten.“ Nach der Schlüsselübergabe, die Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos) symbolisch mit dem Prinzenpaar Andrea I. und Dennis I. vollziehen wird, startet das Showprogramm des TCV. Bis 17 Uhr wollen die Narren an dieser Stelle die Besucher unterhalten. Das Motto der 42. Session wird lauten: „Corona uns zum Abstand zwingt, der TCV euch Frohsinn bringt“.

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Wie zahlreiche andere Vereine und Wirtschaftszweige ist auch der TCV aus finanzieller Sicht stark durch die Veranstaltungsverbote der vergangenen Monate beeinträchtigt. Knut Oldenburg zählt auf: „Das Burgfest ist ausgefallen. Das Oktoberfest konnten wir nicht durchführen. Allein das Burgfest war für uns durch den Getränkeausschank am Eulenturm, das Bühnenprogramm und die Teilnahme am Kaiserumzug nicht nur ein jährliches Highlight, sondern auch eine gute Möglichkeit, um die Vereinskasse zu füllen.“

Carnevalverein fehlen Einnahmen

Während die Einnahmen fehlen, blieben die festen Ausgaben, und die haben sich aufgrund einer geänderten Landkreissatzung sogar drastisch erhöht. „Wir haben im August eine Rechnung bekommen. Danach sollen wir für unsere Sporthallenzeiten monatlich 647 Euro zahlen“, berichtet der TCV-Präsident. Außerdem sind die Nutzungsgebühren in der Stadt selbst für den Grete-Minde-Saal erheblich gestiegen.

Das Ergebnis: Der TCV hat alle Hallenzeiten gekündigt. Die Tanzgruppen, die einen großen Teil des TCV-Programms gestalten, müssen nach alternativen Trainingsstätten Ausschau halten. Eine unbefriedigende Situation, für die der Verein allerdings auch schon eine Lösung in Aussicht hat.

Während der Jahreshauptversammlung beschlossen die Mitglieder Satzungsänderungen. Unter anderem wurde der karnevalistische Tanzsport, den die Tangermünder seit Jahren betreiben und mit dem sie in der Vergangenheit auch schon an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen hatten, explizit in der Satzung als Vereinszweck ausgewiesen. Damit sind die Bahnen geebnet, um als TCV Mitglied im Sportbund zu werden. Für Sportbund-Mitglieder gelten andere Nutzungsgebühren in Sporthallen. „Somit können wir die Hallen hoffentlich später wieder nutzen“, sagt Knut Oldenburg.

Mit Blick über den Jahreswechsel hinaus bereitet sich die blau-weiße Garde der Kaiserstadt auf vier Veranstaltungen vor. Wird es zugelassen, Faschingsveranstaltungen zu feiern, wird es am 29. und 30. Januar 2021 sowie am 5. und 6. Februar Unterhaltung mit dem Tangermünder Carnevalverein im Grete-Minde-Saal geben. Oldenburg: „Die Proben dafür laufen ganz normal weiter.“