Stendal l Mit einer Videobotschaft trat die Stendaler Amtsärztin Dr. Iris Schubert gestern Mittag in die Öffentlichkeit. Mit dem gut eine Minute langen Video, das sich über die sozialen Medien rasend schnell verbreitete, brachte sie „eine gute und eine schlechte Nachricht“ mit. Die gute Botschaft sei dabei, dass es im Landkreis Stendal bisher keinen bestätigten Corona-Fall gebe. Die schlechte Nachricht: „Wir werden nicht verschont bleiben, wir werden kein gallisches Dorf bleiben.“

Empfehlung zur Zuneigung zu den Angehörigen

Nach dem Einstieg überrascht die Amtsärtztin aus dem Landratsamt dann aber mit ihrer weiteren Bitte: „Lieben und Herzen Sie ihre Angehörigen, denn Liebe ist das, was wir jetzt brauchen. Sollten Sie von draußen kommen, waschen Sie sich die Hände und das Gesicht gründlich. Überlegen Sie genau, wen Sie umarmen und küssen, denn soziale Kontakte können auch telefonisch gehalten werden.“

Ihre Botschaft wurde noch vor dem Beschluss der Landesregierung, dass sämtliche Schulen des Landes bis einschließlich Ostermontag (13. April) geschlossen werden sollen, versendet. Iris Schubert: „Unsere Kinder brauchen Kinder. Genau aus diesem Grund lassen Sie Ihre Kinder in den Kindergarten und in die Schulen gehen“, sagt Iris Schubert. Man solle dem Virus „mit Herz und Verstand“ begegnen, fügte Schubert hinzu.

Allerdings sagt auch die Landesregierung, dass die Dienstpflicht für die Lehrer und Betreuer aufrecht erhalten bleiben und die Schulen unterrichtliche Angebote machen und die Hortnotversorgung vorhalten sollen. Auch Kindergärten sollen eine Notbetreuung gewährleisten.

Kinder können in Schule gebracht werden

Kitakinder und Schulkinder, die nicht zu Hause betreut werden können, können von den Eltern weiterhin in die Einrichtungen gebracht werden.

Aus dem Landratsamt gab es gestern keine neuen Zahlen, nur die Information, dass es mit Stand von Donnerstag, 16.30 Uhr, sechs Fälle gegeben habe, bei denen das Gesundheitsamt vorsorglich eine Quarantäne angeordnet, diese dann aber wieder aufgehoben habe.

Anmeldung für Veranstaltungen erforderlich

Weiterhin legte Landrat Carsten Wulfänger (CDU) mit einer Allgemeinverfügung fest, dass alle Veranstaltungen zwischen 50 und 1000 Teilnehmern ab heute durch das Gesundheitsamt genehmigungspflichtig sind. Die müssen mit einem Formular angemeldet werden. Es sind Teilnehmerlisten zu führen. Dies gilt bis auf Widerruf.

Darüber hinaus weist die Behörde darauf hin, dass das Gesundheitsamt keine Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellt.