Der Paritätische

Der Paritätische Sachsen-Anhalt bekommt in der Osterburger Straße in Stendal Unterstützung von zwei neuen Mitarbeiterinnen

Von Leon Zeitz
Sabrina Lefke (links) und Daniela Elsner sind die beiden neuen Mitarbeiterinnen und unterstützen Selbsthilfegruppen.
Sabrina Lefke (links) und Daniela Elsner sind die beiden neuen Mitarbeiterinnen und unterstützen Selbsthilfegruppen. Foto: Leon Zeitz

Stendal

Der Paritätische Sachsen-Anhalt hat zwei neue Mitarbeiterinnen. Seit Anfang Januar beziehungsweise Anfang März unterstützen Sabrina Lefke und Daniela Elsner den Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Stendal und dem Altmarkkreis Salzwedel. Beide arbeiten als Selbsthilfekoordinatorinnen in der Osterburger Straße in Stendal und betreuen Selbsthilfegruppen. Gruppen, die seit mindestens einem halben Jahr bestehen, werden von ihnen unterstützt. Die Unterstützung reicht dabei von der Raumfindung bis hinzu Organisation von Fortbildungen oder Treffen mit Dozierenden.

Für beide Frauen ist das Thema Selbsthilfe äußerst wichtig. „Es tut gut Gleichgesinnte zu finden, die einem zuhören“, erklärt Sabrina Lefke. Sie ist Krankenschwester und hat bei der Paritätische eine vollkommen neue Stelle besetzt, bei der sie sich auf die Betreuung von Angehörigen der Betroffenen spezialisiert. Daniela Elsner ist gelernte Erzieherin und kümmert sich um die Betroffenen selbst.

Die Schwerpunkte der Selbsthilfegruppen sind sehr weitläufig. Neben verschiedenen Krankheiten werden auch Suchtprobleme und psychische Leiden behandelt. Dabei arbeiten die zwei Koordinatorinnen eng mit Krankenhäusern, Apotheken und Rehakliniken in Stendal und Salzwedel zusammen.

Geschlecht und Lebensort nehmen Einfluss

Gerne möchten die beiden Frauen den Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Leichtigkeit geben. Denn viele haben Hemmungen sich einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen. „Die meisten kommen erst, wenn es zu spät ist“, bedauert Daniela Elsner. Den Grund dafür sehen die beiden in den gesellschaftlichen Erwartungen unserer Zeit und vor allem in der Erziehung. Es sollte früh vermittelt werden, dass es in Ordnung ist, Emotionen zu zulassen und dass auch vermeintliche Schwächen gezeigt werden dürfen. Männern scheint die eigene Problemerkennung dabei schwieriger zu fallen, denn es melden sich mehr Frauen zur Selbsthilfe an. Wobei im Bereich der Sucht mehr männliche als weibliche Gruppenmitglieder zu verzeichnen sind.

Auch der Lebensort nimmt auf das Thema Selbsthilfe Einfluss, erklären die Koordinatorinnen. Menschen, die in ländlichen Regionen leben haben häufiger Schwierigkeiten einen Zugang zu finden. Dafür gibt es in der Stadt größere Probleme und es besteht mehr Handlungsbedarf.

Die Corona-Pandemie erschwert die Koordination der Gruppen. Häufig werde auf das Telefonieren zurückgegriffen, doch das habe nicht den selben Effekt, wie ein persönliches Treffen von Angesicht zu Angesicht. Aus diesem Grund ist Digitalisierung ein zentrales Thema. „Das steht alles noch in den Startlöchern, doch hat die Digitalisierung bei uns zurzeit einen hohen Stellenwert“, sagt Sabrina Lefke.

Das große Ziel der beiden neuen Mitarbeiterinnen besteht daran, den Menschen die Zweifel vor Selbsthilfegruppen zu nehmen und das Thema gesellschaftlich präsenter zu machen.