Einsatzübung am Freitagabend in Langensalzwedel

Die Schule brennt und drei Wehren rücken aus

Von Anke Hoffmeister

Einen Brand löschen und Menschen retten - vor dieser Aufgabe standen am Freitagabend die Kameraden der Feuerwehren aus Langensalzwedel, Bindfelde und Staffelde. Eine Einsatzübung führte sie dazu in die alte Schule von Langensalzwedel.

Langensalzwedel l Durch die alte Holztür der früheren Dorfschule drückt bereits weißer Rauch nach außen, als am Freitag, 18.10 Uhr, in Langensalzwedel die Sirene heult. Neun Minuten später erreicht ein Großaufgebot an Technik den Einsatzort. Die Langensalzwedeler wird aus dem nahegelegenen Gerätehaus, wie es wohl nur noch hier praktiziert wird, mit dem Traktor abgeholt. Zeitgleich treffen die Kameradinnen und Kameraden aus den Nachbarorten Bindfelde und Staffelde ein.

"Die Einsatzleitung übernimmt heute René Madler aus Staffelde", berichtet Christoph Preuß aus dem Ort, da dessen Qualifizierungsstand höher sei als sein eigener. Dafür sind Preuß und Babett Sengelspeik aus Bindfelde während dieser Übung die Gruppenführer.

"Ich bin erst halb sechs von der Arbeit gekommen."

Hilmer Paasche aus Bindfelde

Für Hilmer Paasche aus Bindfelde blieb an diesem Freitagabend nicht viel Zeit zum Luftholen. "Ich bin erst halb sechs von der Arbeit gekommen", sagt er. 30 Minuten später dann schon der Einsatz. "Eigentlich wäre heute ohnehin Dienstabend gewesen", verrät Ute Brüsewitz, ebenfalls aus Bindfelde, doch erst anderthalb Stunden später. Nun kümmern sich die beiden in Langensalzwedel unterm Nussbaum um den ersten "Verletzten".

Der erste Trupp, der in das vernebelte Übungsgebäude vorgerückt war, brachte eine Puppe nach draußen. Diese und später noch ein Kind wollen ordnungsgemäß versorgt werden. "Ruf mal den Rettungsdienst", ruft Ute Brüsewitz ihrer Kameradin zu. "Hab ich schon längst", kommt die Antwort zurück.

Mit Klemmbrett und Kuli verfolgen Christoph Preuß und Babett Sengelspeik das Geschehen, machen sich Notizen. Auch die Wehrleiter aus Langensalzwedel und Bindefelde, Michael Preuß und Jens Bordel, sind vor Ort und mit dabei, als es darum geht, den Einsatzort so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bekommen.

"Einmal im Jahr planen wir eine solche Übung mit den Nachbarwehren."

Michael Preuß, Langensalzwedel

Nicht nur Ortsbürgermeister Hans-Werner Schulze und Tangermündes Stadtwehrleiter Michael Classe schauen sich das Miteinander der Wehren an. Auch Frank Neugebauer vom Einsatzdienst der Stadt Stendal ist mit Notizbuch und Stift vor Ort.

"Einmal im Jahr planen wir eine solche Übung", verrät Michael Preuß, der mit einer kleinen Pause seit vielen Jahren Leiter der Wehr von Langensalzwedel ist. Dabei sind es Bindfelde und Staffelde, die zusammen mit dieser Ortswehr an einem Strang ziehen - nicht nur dann, wenn es darum geht, Feuer zu löschen. Traditionell zum 1. Mai treffen sich Mannschaften aus den Dörfern zum Freundschaftsfußballspiel auf dem Langensalzwedeler Sportplatz.

"Ausgewertet wird der Einsatz natürlich auch noch", verrät Christoph Preuß, "gleich im Anschluss in der Dorfkneipe bei einer Bockwurst." Nach gut einer Stunde werden die Schläuche wieder eingerollt, die Technik verstaut.