Stendal l Was genau macht eigentlich das DRK? Da fallen oftmals zuerst Schlagworte wie Blutspende, Kleiderkammer oder Erste-Hilfe-Kurse. Doch das Deutsche Rote Kreuz in seinem ostaltmärkischen Verband macht weit mehr – seit bald 25 Jahren schon, und doch ist nicht immer jedem klar, in wie vielen Lebensbereichen seine Akteure auf vielfältigste Art tätig sind. So gibt es nicht nur Kitas und Seniorenheime in Rotkreuz-Trägerschaft, sondern auch Begegnungsstätten, Sozialstationen, Kinder- und Jugendhilfe, diverse Beratungsstellen, Schulsozialarbeit, die Sanitätsbereitschaft wie auch Rettungshundestaffel und Wasserwacht.

Tanz statt langer Reden

Genügend Stichworte, über die es zu erzählen lohnt – weil dahinter eben insbesondere Menschen aus der Region stehen. Darum, und weil solche Dinge schnell mal aus dem Blick geraten, will das DRK immer wieder von sich reden machen, für sich werben. Dies geschieht in diesem Jahr auf zweierlei Weise: Zum einen ist das langjährige Mitglied Andreas Langner zurzeit in der Region unterwegs, um über die Arbeit des DRK in der Region zu informieren und Möglichkeiten des Mitwirkens aufzuzeigen. Zum anderen wird am Freitag, 8. November, zum Rotkreuzball eingeladen, der die Gelegenheit bietet, sich ganz unverbindlich vom DRK und den dort engagierten Menschen ein Bild zu machen. „Keine langen Reden, sondern Zeit, sich in lockerer Runde kennenzulernen und zu tanzen“, verspricht Vorstandsvorsitzender Frank Latuske.

Jüngere fallen weg

Die Suche nach neuen Mitgliedern – sie treibt das DRK genauso wie viele andere Organisationen und Vereine mehr denn je um. „Es ist bei uns nicht dramatischer als bei anderen“, beantwortet Latuske die entsprechende Frage, „aber die Zeiten, in denen Vereine ihre Mitglieder lebenslang hatten, sind vorbei.“ Die 9000 Mitglieder zur Zeit der Fusion der drei einstigen Kreisverbände im Jahr 1995 scheint da nur noch wie ein ferner Wunschtraum. 3226 Mitglieder, vom fördernden bis zum aktiven, sind es aktuell. „Vor allem die Jüngeren fallen für uns weg“, sagt Latuske, „wir bilden sie hier aus, im Sanitätsdienst oder als Rettungsschwimmer beispielsweise, und dann ziehen sie weg. Wenn sie in ihrem neuen Wohnort wieder zum Rotkreuz gehen würden, würde ich ja nichts sagen, aber das tun sie in der Regel leider nicht.“

Bilder

In diesem Bewusstsein will man nun sowohl mit der Straßenaktion als auch dem Ball „wieder neuen Schwung“ in die Werbung in eigener Sache bringen, wie Pressesprecherin Franziska Schütz sagt: „Viele Menschen möchten sich einbringen, wissen aber manchmal nicht genau, wie. Beim DRK kann man Verantwortung übernehmen und freiwillig für jemanden da sein, in der Region etwas bewegen, mitgestalten.“

Auch Fördermitglieder wichtig

Überreden wolle man freilich niemanden – nur überzeugen. Überzeugen vielleicht auch von der schon bestehenden eigenen Überzeugung. Denn bei Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz sollte man nicht aus Geltungsdrang mitmachen, sondern, so Latuske, „weil ich weiß, dass ich damit hilfsbedürftige Menschen unterstütze“. Wer es sich nicht zutraut oder keine Zeit hat, aktiv mitzuwirken, könne sich gleichwohl gern als förderndes Mitglied einbringen. Und wem es die Entscheidung erleichtert: Ein Leben lang müsse man sich ohnehin nicht verpflichten. „Das DRK braucht auch Helfer für kurzfristige Aufgaben und Projekte.“

Vor allem die Ortsvereine – letzlich das Fundament des Kreisverbandes – brauchen Beständigkeit, hängt vieles in der DRK-Arbeit doch von ihnen ab, haben sie den direkten Draht zu den Bedürfnissen und Belangen eben in den Orten. Zwar treten sie zumeist weniger öffentlichkeitswirksam in Erscheinung und wird vieles eher im Verborgenen getan – verzichten kann man auf ihren Anteil keineswegs.

Ortsvereine brauchen Stärkung

Während die öffentlichen Aufgaben des DRK über Kreis, Land und Bund finanziert werden, die Pflegeeinrichtungen sowie Kinder- und Jugendhäuser über die Kostensätze, ist die Bezahlung der ehrenamtlichen Arbeit latent stets in der Schwebe. Die Mitgliedsbeiträge sind da neben den Erlösen aus den Kleiderkammern, die im Ganzen betrachtet eher gering sind, die Haupteinnahmequelle, erklärt Latuske. Jedes neue Mitglied trägt also zum Fortbestehen des Gesamten bei. Und dies tue in kleinem Maßstab auch, wer am 8. November zum Rotkreuzball gehe: „Mit der Eintrittskarte leistet man einen kleinen Beitrag für die ehrenamtliche Arbeit des DRK.“

Mehr über den DRK-Kreisverband Östliche Altmark findet man auf dessen Homepage. Das DRK-Bürgertelefon ist unter 03931/646566 erreichbar.